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Mozartfest - Englischhornist Dominik Wollenweber und Philharmonisches Orchester setzen bei der „Nachtmusik“ besonderen Glanzpunkt

Gänsehautmomente im Hofgarten

Von 
Diana Seufert
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Dominik Wollenweber als Solist der Nachtmusik im Hofgarten der Würzburger Residenz ist ein Meister der melancholischen Töne auf dem Englischhorn. © Seufert

Der laue Sommerabend setzte große Erwartungen – und die mehr als 4000 Zuhörer wurden nicht enttäuscht. In Scharen strömten die Besucher zur zweiten „Nachtmusik“ im Rahmen des Würzburger Mozartfestes. Der Hofgarten der Residenz bot auch bei der zweiten Auflage des Formats in diesem Jahr ein wunderbares Ambiente für einen gelungenen Konzertabend. Das war er ob dieser prächtigen Kulisse für Intendantin Evelyn Meining bereits, bevor der erste Ton überhaupt erklungen war.

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Den Einstieg des musikalischen Abends hätte das Philharmonische Orchester Würzburg unter der Leitung des Ungarn Gábor Hontvári nicht besser auswählen können: Mit „Eine kleine Nachtmusik“ (KV 525) von Wolfgang Amadeus Mozart eröffneten die Musiker schwungvoll und dynamisch zugleich. Mit weit ausholenden Bewegungen, aber auch immer wieder dezent zurücknehmend, führte der Erste Kapellmeister und stellvertretende Generalmusikdirektor das Orchester durch die bekannte Serenade.

Impulsiv und eindringlich folgte Mozarts „Exsultate, jubilate“ (KV 165) mit Dominik Wollenweber als Solist. Wolfgang Renz hatte das Stück für Orchester und Englischhorn eigens für das Mozartfest arrangiert. Dass sich das Instrument perfekt an die Gesangstimme anschmiegte, machte den besonderen Reiz dieser Bearbeitung aus. Wollenweber, Mitglied der Berliner Philharmoniker und Gastprofessor für Oboe, verzauberte mit der perfekten Inszenierung des dunklen warmen Klangs seines Englischhorns die Zuhörer. Schon mit den ersten Klängen hatte er das Publikum in seinen Bann gezogen.

Den besonderen melancholischen Momenten spürte der Solist vor allem bei „Der Schwan von Tuonela“ nach. Im wohl bekanntesten Part von Jean Sibelius’ (1865 – 1957) vierteiligen Stück „Die Lemminkäinen-Suite“ – quasi der finnischen Siegfried-Saga – soll der Held Lemminkäinen den Schwan töten, was aber misslingt. Die mystische Musik, die sich im Gesang des Schwans widerspiegelt, fing Wollenweber wunderbar zart und leicht, mit Dynamik und ganz ohne Aufdringlichkeit ein, ließ sie scheinbar schwerelos dahingleitend strömen und sorgte so für Gänsehautmomente.

In deutlichem Kontrast schloss der Abend mit Robert Schumann (1810 – 1856). Der Anblick des Kölner Doms soll den Komponisten nach seinem Umzug nach Düsseldorf zur Sinfonie Nr. 3, die auch als „Rheinische“ bekannt wurde, inspiriert haben. Die lebensfrohe Stimmung, aber auch der ehrfurchtgebietende Dom finden sich in den fünf Sätzen wieder. Mit Verve und großer Spielfreude sorgte das Philharmonische Orchester Würzburg unter Dirigent Gábor Hontvári für einen besonderen Schlusspunkt und erntete den verdienten Applaus. Also auch musikalisch ein mehr als gelungener Abend.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz

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