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„Festival Lied Würzburg“ - Mahler-Programm im Toscanasaal

Feine dynamische Nuancen

Von 
Dr. Klaus Linsenmeyer
Lesedauer: 

Das „Festival Lied Würzburg“ ist eine willkommene Einrichtung der Würzburger Kulturszene. Im Toscanasaal der Residenz hatten die Sopranistin Christiane Karg und ihr Begleiter am Klavier Gerold Huber ein reines Gustav Mahler-Programm vorgetragen. Unter dem Motto “Himmlisches Leben“, das direkt auf Mahler Bezug nimmt, gestalteten sie Kunstlieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ und Lieder nach Texten von Friedrich Rückert, dem in Schweinfurt geborenen Dichter.

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Weg der Tonalität

Bekannte Lieder wie etwa „Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald“ und „Rheinlegendchen“ oder „Ich atmet’ einen Linden Duft“, „Liebst du um Schönheit“, „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ oder „Des Antonius von Padua Fischpredigt“ erschlossen dem Hörer die verschiedenen Facetten der Kompositionsweise Gustav Mahlers. Der Komponist verlässt nie den Weg der Tonalität, jedoch ist auch seine Arbeit für die Entwicklung der neuen Musik wichtig.

Die Melodik seiner Lieder bewegt sich zwischen volksliedhafter Einfachheit und überbetonter Dramatik. Charakteristisch sind die ineinander-schwebende Melodik und Harmonik, die Marschrhythmik, die Einheit zwischen Wort und Ton, die herben Klangbilder und dunklen Bereiche sowie die Zusammenschau menschlicher Neigungen.

Gefühlvolle Eindringlichkeit

Manche Lieder wirken freundlich, hell und innig, stets aber durch ihre tief empfundene Ausdruckskraft. Christiane Karg wusste die intellektuelle Auseinandersetzung mit gefühlvoller Eindringlichkeit zu verbinden. Sprachlich prägnant, eminent präsent und emotionsgeladen erfasste sie ungeheuer nahe den tragisch-grotesken Tonfall, den blumig-zarten und bisweilen verführerischen Habitus der Lieder.

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Nur in den kräftiger ausgesungenen Höhenlagen wirkte ihre Stimme im kleineren Toscanasaal bisweilen etwas zu scharf. Sehr schön gelangen ihr die fein ausgehörten dynamischen Nuancen in ruhigeren und leiseren Regionen. Gerold Huber begleitete am Klavier hinsichtlich der tiefenscharfen Ausleuchtung seines Notentextes in völligem künstlerischen Einvernehmen mit der Sängerin.

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