AdUnit Billboard
Kissinger Sommer - Liederabend mit Diana Damrau

Expressiv, dynamisch, überzeugend

Von 
Dr. Klaus Linsenmeyer
Lesedauer: 

Gelockerte Stimmung kam auf beim Liederabend von Diana Damrau im Bad Kissinger Max-Littmann-Saal, pendelnd zwischen schwereloser Heiterkeit, lyrischem Feingefühl und dramatischer Betonung der Textzusammenhänge, die das breit aufgefächerte Programm ausgewählt hatte.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die weltberühmte Sopranistin, in der Kunst des Liedgesangs ebenso stilsicher zuhause wie im Bereich des Opernfachs, stellte sich als Künstlerin vor, die den Boden des Geschmacks, der stimmlichen Qualität und den angemessenen Ausdruck der Textdeklamation nirgends verloren hat. Quicklebendig stieg sie mit Clara Schumanns „Singet nicht in Trauertönen“ in die heile Welt des Ungetrübten ein, versetzte sich mit leichtem Herzen in die Seligkeiten des Textes, überhöht durch die Feinheit uneitler Kunstauslegung.

Die Sängerin Diana Damrau mit ihrem Preis bei der Verleihung des Musikpreises Opus Klassik 2020. © dpa

Dieses Vermögen führte sie fort in den ernsteren Liedern wie „Loreley“ oder „Widmung“, wo Damrau den Aufschwung der Gefühle hautnah am Text interpretatorisch miterlebte. Clara Schumann war als Pianistin hoch gefeiert und weit berühmter als ihr Mann Robert. Den Vergleich mit dessen Kompositionen brauchte sie aber nicht zu scheuen. Die poetische Erfindungskraft leuchtet in jedem ihrer Lieder auf.

Warme Sinnlichkeit

Schon hier verfügte Damrau über verschiedene Farben, über eine Klangwirkung, die dem Lied entsprach, und über eine Leichtigkeit der Stimmführung, welche die Tücken, die diesen Liedern nicht fremd sind, mühelos umging. Die Darbietung von Robert Schumanns Liederzyklus „Frauenliebe und Leben“ war mit einer der Höhepunkte des Liederabends. Hier zauberte die Sopranistin aus ihrer Kehle hoch expressive Aphorismen, durchlebt mit überzeugender Suggestionskraft. In den Liedern von Strauss, Mahler, Rodrigo, Granados und Turina verströmte ihr Timbre eine warme Sinnlichkeit, in der Höhe eine berückende Leuchtkraft und eine beredte Gestaltungsweise der Textauslegung.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Diana Damrau ließ ihre Stimme natürlich fließen, überflutete leidenschaftlichere Ausbrüche nicht mit einem überzogenen opulenten Klang, sondern formte feine dynamische Nuancen und spürte exakt den Schattierungen der Lieder nach, deren Empfindsamkeit nirgends einen aufgesetzt wirkenden Druck erhielt. Die Individualität der Lieder und deren typische Tonsprache hatte Damrau frappierend herausgearbeitet.

Nun muss endlich der hervorragend mitgestaltende Mann am Klavier, Helmut Deutsch, genannt werden. Pianist und Sängerin musizierten in einer beglückenden Symbiose, versonnen denkend am Klavier, kräftig zupackend, durchweg differenziert im Anschlag und farblich abgestimmt mit der wandelbaren melodischen Ausdrucksfähigkeit der Sängerin. Helmut Deutsch war sowohl begleitend als auch hinsichtlich der tiefenscharfen Ausführung seines Parts stets voll auf dem Posten.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1