Götzenburg Jagsthausen - Michael J. Westphal und Uli Schmid beim Duo-Abend "Jawoll, meine Herr'n" Eine Hommage an den großen Heinz Rühmann

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"Wozu ist die Straße da?" Ein Lied aus 1936 unter der Regie von Géza von Bolvàry entstandenen österreichischen Film "Lumpacivagabundus", in dem Heinz Rühmann den Schneidergesellen Zwirn und Paul Hörbiger den Titelhelden spielten, das ist der Auftakt zu einer Hommage à Heinz Rühmann im ausverkauften Gewölbe der Götzenburg. Im Rahmen das Vorprogramms der Burgfestspiele Jagsthausen gastieren Michael J. Westphal und Uli Schmid mit ihrem Duo-Abend "Jawoll, meine Herr 'n".

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Michael J. Westphal, Schauspieler, Musiker, Sprecher für Rundfunk, Fernsehen, Synchron und Dokumentation sowie einst Gründungsmitglied von Hannovers Kultband "Los Tumpolos", der er lange Jahre aIs Sänger und Komponist angehörte, gibt Heinz Rühmann. Der an der Folkwang-Musikhochschule Essen ausgebildete Pianist Uli Schmid, lange Zeit Mitglied der Deutschrockband "Steinwolke", sitzt nicht nur am Klavier und ist auch nicht nur Stichwortgeber, sondern Mitspieler.

Der Abend ist "eine Erinnerung an den großen kleinen Mann", an dem seine "schönsten Rollen und Lieder" zum Vortrag kommen, wie einmal gesagt wird. Gemeint ist damit der 1902 in Essen geborene, 1994 in Berg am Starnberger See gestorbene Heinz Rühmann.

Biografisches

Doch Michael J. Westphal imitiert nicht nur sein Vorbild, und das nicht nur gekonnt nasalierend, in typisch knapper Diktion, er streut auch Biografisches zwischen den einzelnen Vorträgen ein. So erfährt man, dass der Hotelierssohn und -enkel, der in die Fußstapfen des Vaters und des Großvaters treten sollte, aber lieber Schauspieler wurde, sein erstes Engagement 1920/21 am Lobe-Theater, in Breslau bekam und sein Wunsch, als jugendlicher Liebhaber auf der Bühne zu stehen auch im nächsten Jahr, mangels Körperlänge, in Hannover nicht in Erfüllung ging, er dort aber als Komiker entdeckt wurde, bis er in späten Jahren zum Charakterspieler reifte.

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Dazu gehört auch die Titelrolle in "Der brave Soldat Schwejk" in dem 1960 unter der Regie von Axel von Ambesser entstandenen Film, dessen Monolog vor dem Erschießungskommando Michael J. Westphal vorträgt. Überhaupt errang Heinz Rühmann seine größten Erfolge als Filmschauspiraler, während er den ersten Fernsehfilm erst 1967 drehte.

Uns so passieren denn einige Filmrollen mit Text- und Liedbeispielen Revue. Wie etwa der UFA-Filmklassiker "Der Mann, der Sherlock Holmes war" aus dem Jahr 1937, in dem Heinz Rühmann den Mackey McPherson alias Dr. Watson und Hans Albers den Morris Flynn alias Sherlok Holmes verkörperten und aus dem auch das Lied stammt, das dem Heinz-Rühmann-Abend den Titel gibt: "Jawoll, meine Herr'n".

Der Hauptmann von Köpenick

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Nicht fehlen darf selbstverständlich das mehrfach verfilmte deutsche Märchen von Carl Zuckmayer, "Der Hauptmann von Köpenick" - 1931 mit Max Adalbert, 1997 mit Harald Juhnke, 1960 fürs Fernsehen mit Rudolf Platte-, in dem Heinz Rühmann 1956, unter der Regie von Helmut Käutner, den Wilhelm Voigt spielte. Genannt sei auch der 1955, unter der Regie von Hans Quest, entstandene Film "Wenn der Vater mit dem Sohne", in dem Heinz Rühmann in seine Lieblingsrolle, die eines Clowns schlüpfen durfte, und der auch das bereits fünf Jahre zuvor entstandene Gutenachtlied "La-Le-Lu, nur der Mann im Mond schaut zu" von Heino Gaze bekannt machte, mit dem als Zugabe vor einem Heinz-Rühmann-Potpourri der Abend endet, an dem die zwei Protagonisten immer wieder in andere Kostüme schlüpfen oder sich verschiedener Accessoires bedienen.

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Davor feiern aber noch "Die Feuerzangenbowle" und Heinz Pfeiffer "mit drei f, eins vor, zwei hinter dem ei" Urständ, und man hört "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern", "Ein Freund, ein guter Freund" und "Ich, brech' die Herzen der stolzesten Frau'n, ein 1938 von Lothar Brühne auf den Text von Bruno Balz komponierter Schlager, den Heinz Rühmann in dem Film "Fünf Millionen suchen einen Erben" als Staubsaugervertreter und Variéte-Sänger Peter Pett zum Besten gab und der mehrfach gecovert wurde - wie jetzt Heinz Rühmann im Gewölbe der Götzenburg in Jagsthausen. Dieter Schnabel