Freilichtspiele Schwäbisch Hall - Wechsel an der Spitze Christian Doll neuer Intendant

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In einer außerordentlichen Sitzung traf das Kuratorium der Freilichtspiele Schwäbisch Hall eine zukunftsweisende Entscheidung für die traditionsreichen Festspiele.

Christian Doll ist neuer Intendant in Schwäbisch Hall.

© Gela Megrelidze
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33 zu einem großen Teil hochkarätige Bewerber und Bewerberinnen hatten ihren Hut in der Ring geworfen. Nach einem mehrstufigen Verfahren wählte das Kuratorium einstimmig Christian Doll zum neuen geschäftsführenden Intendanten. Die Position wurde ausgeschrieben, nachdem Christoph Biermeier im vergangenen Sommer nach zwölf Jahren überraschend bekannt gab, neue Herausforderungen zu suchen.

Mit Musicals Akzente gesetzt

Christian Doll, Jahrgang 1971, ist seit Oktober 2011 sehr erfolgreich Intendant und künstlerischer Geschäftsführer der Gandersheimer Domfestspiele. Neben seiner Regietätigkeit setzte er besonders mit Uraufführungen von selbst entwickelten Musicals Akzente, intensivierte die Jugendarbeit unter anderem mit einem Jugendfestival, der Neugründung eines Jugendclubs und einer neuen Spielstätte für junges Theater.

Nach dem Abitur studierte Christian Doll zunächst 1992 bis 1995 Physik und Philosophie in Freiburg. Von 1995 bis 1998 absolvierte er ein Schauspielstudium an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Bereits im ersten Jahr seiner Schauspielschulzeit engagierte ihn Dieter Dorn für kleinere Rollen an die Münchner Kammerspiele. 1998 wurde er Ensemblemitglied am Theater Wuppertal.

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Nach einem Kamera-Acting-Workshop mit Sönke Wortmann und der Chansonwerkstatt mit Georgette Dee arbeitete er von 2003 bis 2006 als Regieassistent am Theater Freiburg mit namhaften Regisseuren wie Amélie Niemeyer, Sebastian Baumgarten, Stephan Rottkamp, Claudia Bauer oder Barbara Weber. Danach war er als freier Regisseur in Deutschland und der Schweiz tätig und arbeitete auch regelmäßig als Autor. Mit seiner Adaption von Thomas Manns "Tod in Venedig" am Düsseldorfer Schauspielhaus gelang ihm mit mehr als 60 Aufführungen über vier Spielzeiten ein der erfolgreichsten Inszenierungen unter der Intendanz von Amélie Niemeyer. Von 2009 bis 2010 wirkte Christian Doll als Gastdozent an der Universität Mozarteum Salzburg.

Das Kuratorium der Freilichtspiele Schwäbisch Hall überzeugte Christian Doll mit seinen profunden Erfahrungen und weitreichenden Kompetenzen als Regisseur und Intendant eines Openair-Festspieltheaters. Doll will Theatererlebnisse unter freiem Himmel, die Geist und Sinne des Publikums gleichermaßen ansprechen, die Bühne erlebbar machen als einen Ort der Utopie und des gemeinsamen Träumens, zugleich aber auch die Bühne als ein Ort des gemeinsamen Erinnerns und der Selbstvergewisserung. Die Große Treppe ist für ihn "Markenkern" der Freilichtspiele, öffentlicher Raum und historischer Schauplatz, Mitspielerin in jeder Inszenierung, aufregend und anziehend, auf jeden Fall herausfordernd. Er will sich auch thematisch mit seiner Arbeit auf die Stadt und die Menschen der Region mit ihrer ureigenen Geschichte einlassen und beziehen. Zum Profil der Freilichtspiele, das er schärfen will, gehört auf der Großen Treppe ganz klar der Klassiker, der neben historischen Stoffen und dem modernen Musical ein breites Publikum erreichen soll. Heiko Lippmann, einer der renommiertesten musikalischen Leiter in der deutschen Musicalszene wird Christian Doll nach Schwäbisch Hall begleiten und mit zusammen neue Akzente setzen.

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Entscheidend für Doll, sich für Schwäbisch Hal zu bewerben, war nicht zuletzt die zweite Spielstätte, die ihm die Möglichkeit eröffnet, sein anspruchsvolles Programm wesentlich zu erweitern. Ein Ort für das Kinder- und Jugendstück soll die zweite (ganzjährige) Spielstätte weiterhin sein, aber auch ein Ort für Neues, Ungewöhnliches, Doll will das Publikum fordern und überraschen, die Freilichtspiele für neue Formate öffnen.