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Kissinger Kultursommer

Ausgefeiltes Klangerlebnis

Beeindruckender Schlusspunkt

Von 
Dr. Klaus Linsenmeyer
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Mit dem Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen gingen die Veranstaltungen des Kissinger Sommer ihrem Ende zu. Besondere Aufmerksamkeit zogen der Pianist Daniil Trifonov und die Dirigentin Ruth Reinhardt auf sich, die mit ihren Interpretationen des Klavierkonzerts Nr.1 d-Moll op.15 von Johannes Brahms und der Symphonie Nrt.3 Es-Dur op.97 „Rheinische“ von Robert Schumann aufhorchen ließen.

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Anfangs bewiesen sich die Musiker der Kammerphilharmonie mit der Ausführung von Igor Strawinskis kurzweiligem Konzert in D, das der neoklassizistischen Epoche zugeschrieben werden kann, als ein sauber intonierendes und rhythmisch exakt funktionierendes Streichorchester. Die sympathische junge Dirigentin teilte wichtige Impulse aus, die das Orchester zu einer agilen Musizierweise inspiriert hatten. Diese Art zu spielen, dieses ausgefeilte Klangereignis in verschiedenen Schichten machte sich den ganzen Abend bemerkbar.

Das Klavierkonzert von Brahms hatte mit Trifonov einen Solisten, der sein virtuoses Können nicht allein mit artistischer Bravour, sondern konzentriert dieser Komposition untergeordnet hatte. Mit dem Orchester führte er einfühlsame Dialoge, baute eine berstende Spannungsdramaturgie auf, spielte klar, direkt und ohne zuviel romantisierenden Schmelz, wo angezeigt jedoch vollgriffig. Die Tiefe und Schwere, aber auch die Leichtigkeit der Gedanken und der aufwühlende emotional aufgeheizte Charakter dieser Musik kamen voll zur Geltung.

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Veröffentlicht
Von
pm
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Ein wildes Losdreschen zu überbordender Klangorgie war Trifonovs Anliegen nicht. Dirigentin und Pianist verstanden sich als eine homogen ausführende Gemeinschaft gleichgesinnter Künstler. Bei der Wiedergabe der Sinfonie von Schumann wechselte sich die Mischung aus Feurigkeit und Zartheit, aus Schwung und lebensfrohem Grundton munter ab, tauschten sich lyrische Stimmungen mit feierlich statt kämpferischer Kraftmeierei bei überschwänglichen Episoden aus. Es begeisterte ein ausgewogenes Konzertieren, wobei die Farbmischungen der Klanggruppen der Kammerphilharmonie zur Schönheit des Werkes zusätzlich beigetragen haben.

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