Würzburg

Bezirks Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim Arbeitsmarkt blieb im Dezember zwar stabil, aber angespannt / 76 Arbeitslose weniger als im Vormonat

„Zeit der Kurzarbeit als Chance nutzen“

Archivartikel

Odenwald-Tauber.Im Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 11 870 gesunken. Das sind 76 Arbeitslose (minus 0,6 Prozent) weniger als im Vormonat, 2.572 mehr als im Dezember 2019 (Plus 27,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat auch bei 3,5 Prozent gesunken. In Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil, aber auch angespannt“, kommentiert Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, die aktuellen Statistikzahlen.

„Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebe, vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise sowie der Einsatz des Impfstoffes stützen den Willen zum „Durchhalten“ und verstärken noch einmal die Bereitschaft der Unternehmen, ihre Beschäftigten zu halten“, führt die Agenturleiterin an.

Ein massives Ansteigen der Arbeitslosenzahlen konnte verhindert werden. Im Agenturbezirk sind die Arbeitslosenzahlen sogar zum vierten Mal in Folge leicht gesunken.

Hing die weitere Entwicklung in der Finanzkrise davon ab, wie schnell es gelang, das Finanzsystem zu stabilisieren, so hängt jetzt alles davon ab, wie schnell es gelingt, die Pandemie erfolgreich einzudämmen“, so Elisabeth Giesen. Eine weitere Herausforderung liege darin, die durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft gut umzusetzen.

Weichensteller und Unterstützer

Für Giesen nimmt die Arbeitsagentur hierbei die Rolle des Weichenstellers und Unterstützers ein. „Berufliche Qualifizierung bleibt unsere Königsdisziplin. Wir appellieren, die Zeit der Kurzarbeit als Chance für berufliche Weiterbildung zu nutzen. Und setzen alles daran, unsere Kunden für berufliche Qualifizierung zu gewinnen und begleiten sie während der Maßnahme bis zur Integration“, betont sie. Dabei sei es wichtig, nicht am „Markt“ vorbei zu qualifizieren. Handlungsleitend sind für sie den Bedarf der Wirtschaft.

Niedrigere Fluktuation

In der derzeit wirtschaftlich angespannten Lage wechseln weniger Menschen ihren Arbeitsplatz. Diese niedrigere Fluktuation trägt neben dem geringeren Bedarf an zusätzlichem Personal dazu bei, dass weniger Stellen auf dem Arbeitsmarkt zu besetzen sind.

So wurden im Dezember wurden 872 neue Arbeitsstellen gemeldet, 68 weniger als im Vormonat (minus 7,2 Prozent), 350 (minus 28,6 Prozent) weniger als im Dezember 2019. Insgesamt waren 4768 offene Stellen gemeldet, 101 weniger (minus 2,1 Prozent) als im Vormonat, 493 (minus 9,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Das Niveau der Finanzkrise 2008/2009 ist bisher aber nicht erreicht. Im Dezember 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent, jetzt liegt sie bei 3,5 Prozent.

Die Anzeigen für Kurzarbeit stiegen im Dezember im Vergleich zum Vormonat wegen der neuen Einschränkungen und Geschäftsschließungen deutlich.

Die Zahl der Menschen, die tatsächlich in Kurzarbeit ist, liegt erfahrungsgemäß niedriger. Die Unternehmen melden die Kurzarbeit oft vorsorglich an.

Seit März sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 6612 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 115 141 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 119 Anzeigen für 3644 Personen.

Blick auf die Kreise

Im Main-Tauber-Kreis sind seit März 1714 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 30 190 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 17 Anzeigen für 653 Personen.

Im Neckar-Odenwald-Kreis sind seit März 1641 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 21 561 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 27 Anzeigen für 972 Personen.

Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im Dezember waren 2625 Menschen arbeitslos gemeldet, 28 oder 1,1 Prozent mehr als im Vormonat und 558 (27,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

588 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 565 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 351 Stellen gemeldet (Dezember 2019: 336), 56 oder 19,0 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1501; 7,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,7 Prozent (Vormonat 3,7 Prozent). Im Dezember waren 3030 Menschen arbeitslos gemeldet, 27 oder 0,9 Prozent weniger als im Vormonat, 458 (17,8 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

623 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 644 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 107 Stellenangebote gemeldet (Dezember 2019: 180), 28 oder 20,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 577; 27,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.418 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 7.452. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 37,2 Prozent.

Von den 2625 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 927 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (November 2020: 904). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1698 Arbeitslose (November 2020: 1693).

Von den 3030 Arbeitslosen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden 1163 vom Jobcenter Neckar-Odenwald betreut (November 2020: 1157). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1867 Arbeitslose (November 2020: 1900).