Würzburg

Energieversorgung Heizkraftwerk an der Friedensbrücke wird derzeit umfangreich modernisiert

Wärmespeicher per Kran eingehoben

Würzburg.Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke wird derzeit umfangreich modernisiert. Dies stellt einen weiteren Meilenstein zur Reduzierung von CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz in Würzburg dar. Seit dieser Woche wird der Wärmespeicher als das Herzstück des Modernisierungsprojektes in das Innere des Heizkraftwerks gehoben.

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke übernimmt bei der Integration der erneuerbaren Energien in Würzburg und der Region eine wichtige Aufgabe: Die hocheffizienten Gas- und Dampfturbinen-Anlagen, die nach dem umweltfreundlichen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Betrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

Zwischenspeicher

Bis 2021 steht eine umfassende Modernisierung der Turbinen- und Kesselanlagen sowie der Einbau eines großen Wärmespeichers im Kraftwerk an. Geplant ist dabei unter anderem eine Modernisierung der Gasturbine GT I, der Einbau einer Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine sowie die Integration eines Wärmespeichers, mit dem sich Fernwärme zwischenspeichern lässt.

Als weiterer Meilenstein im Projekt wird der Wärmespeicher als Herzstück des Modernisierungsprojektes per Schwerlastkran in das Heizkraftwerk eingehoben. Der Wärmespeicher hat eine Höhe von 46 Metern und findet im Gebäude des Heizkraftwerks seinen Platz. Die Aufstellung des Speichers im Gebäudeinneren ist außergewöhnlich und in Deutschland einmalig, da Wärmespeicher dieser Größe in der Regel neben dem Kraftwerk errichtet werden.

Zur Berücksichtigung städtebaulicher Belange, wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Würzburg und dem Architekten eine Lösung gefunden, um den Speicher in das Stadtbild optimal zu integrieren. Durch die Aufstellung im Inneren ragt er nur 13 Meter aus dem Heizkraftwerk heraus.

Der Wärmespeicher ist als Druckspeicher ausgelegt und besteht aus 13 Ringen, die eine Höhe von je 2,8 Metern und einen Durchmesser von 10,3 Meter aufweisen. Er besitzt ein Fassungsvermögen von 2869 Kubikmetern mit einem Wärmeinhalt von 175 000 Kilowattstunden und hat ein Leergewicht von 549 Tonnen. Befüllt mit 130 Grad heißem Wasser wiegt er inklusive einer begehbaren Dachplattform und Wendeltreppe stolze 3437 Tonnen.

Orientierung am Markt

Die Einbringung des Speichers führt dazu, dass trotz Energieerzeugung nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung die Produktion von Fernwärme unabhängig vom Wärmebedarf erfolgt. Überschüssige Wärme wird dem Speicher zugeführt, fehlende Wärme wird dem Speicher entnommen. Der Betrieb der Anlagen kann sich somit noch stärker am Strommarkt orientieren und gleichzeitig den Wärmebedarf decken. Der Speicher entkoppelt somit die Kraft-Wärme-Kopplung.

Zuerst wurde ein 450-Tonnen-Autokran, mithilfe dessen die Speicherteile eingehoben werden sollen aufgestellt. Im Anschluss wurde die Standzarge eingehoben. Diese dient der Aufnahme des halbrunden Speicherbodens. Danach wird jeweils wöchentlich bis etwa Mitte Dezember ein ringförmiges Speicherteil eingehoben. Während das eingehobene Speicherteil im Heizkraftwerk verschweißt wird, wird im Betriebshof ein weiterer Ring vorgefertigt. Die Druckprobe ist für Ende Januar 2021 und die Fertigstellung inklusive Isolierung ist bis Ende März 2021 geplant, wie es abschließend in einem Bericht der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) heißt