Würzburg

Amtsgericht Würzburg Prozess gegen Polizisten, der zuletzt im Main-Tauber-Kreis tätig war, auf Zielgeraden / Urteil wohl in zwei Wochen

Teilweise suspekter Geldfluss

Archivartikel

Würzburg/Main-Tauber-Kreis.Der Prozess gegen einen Polizeibeamten aus einer Würzburger Landkreisgemeinde vor dem Amtsgericht der Domstadt geht in seine finale Phase. Dem 42-Jährigen, der bis zu seiner Beurlaubung im Main-Tauber-Kreis seinen Dienst verrichtet hatte, wird Betrug (acht Fälle) sowie unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln (drei Fälle) zur Last gelegt (wir berichteten). Letzteres hat der Mann bereits eingeräumt, den Vorwurf des Betruges – es steht eine Summe von mehr als 80 000 Euro im Raum – bestreitet der Angeklagte. Geschädigter war ein inzwischen an Krebs verstorbener Mann aus derselben Kommune, bei dem der Polizei-Obermeister seit Jahren als Mieter wohnt. Zwischenzeitlich war ihm ein lebenslanges Wohnrecht in dem Einlieger-Appartement sowie ein Vorkaufsrecht auf das gesamte Gebäude eingeräumt worden.

Am drittletzten Verhandlungstag verlas der Vorsitzende Richter Mark Kurzawski mehr als zweieinhalb Stunden diverse Protokolle, darunter zahlreiche Kontoauszüge des Angeklagten. Sie zeugten von vielen finanziellen Transaktionen. Auffallend war, dass immer wieder größere Summen des Vermieters eingegangen waren, ansonsten wäre das Konto wohl ständig im Minus gewesen. Ebenso erwähnte Richter Kurzawski die umfangreichen Einkäufe und Onlinebestellungen, die der 42-Jährige auf Kosten des Geschädigten getätigt haben soll. Der Beobachter wurde mit einer Fülle an Zahlen konfrontiert, die es kaum zuließen, alles aufzunehmen.

Zum Schluss des drittletzten Verhandlungstages ließ der Vorsitzende Richter durchblicken, dass ihm Teile des Geldflusses suspekt seien und es sich ihm nicht immer eindeutig erschließe, wohin diverse Finanzmittel geflossen seien. Und er signalisierte, dass es durchaus zu einer Überraschung bezüglich der finalen Phase kommen könnte, was den Angeklagten sichtlich zusammenzucken ließ.