Würzburg

Schenkungsvertrag unterzeichnet Künstlerin Gerda Enk übergibt Werke an das Bistum Würzburg

„Stück der Region abgebildet“

Archivartikel

Würzburg.Die Winterhauser Künstlerin Gerda Enk und Dr. Jürgen Emmert, kommissarischer Leiter des Kunstreferats des Bistums Würzburg, haben den Schenkungsvertrag über sechs Werke im bischöflichen Ordinariat in Würzburg unterzeichnet. Die Künstlerin übereignete dem Bistum die Stücke, da sie sie im Alter bewahrt wissen möchte. Sie stellte sich die Frage: „Was passiert mit den ganzen Sachen, wenn ich mal gestorben bin?“

Viele Kunstwerke würden vernichtet und viele Erben wüssten nicht, wie damit umzugehen sei, berichtete Emmert. Bei Sammlungen gehe es eben nicht nur um die Ausstellung der Werke, sondern auch um deren Erhalt.

„Wörterkisten“

Bei den gespendeten Stücken handelt es sich um Gemälde, Fotographien und eine Installation. Diese besteht aus zwölf Kisten und trägt den Namen „Wörterkisten“, die zum Beispiel mit „Gras“ oder „Zahl“ beschriftet sind. Zahlen sind der Künstlerin bei der Anfertigung ihrer Kunstwerke ein wichtiges Kriterium. Die Zahlenmystik beschäftigte sie, und zwölf sei für sie die „ideale Zahl zwischen viel und wenig“, sagte die Künstlerin.

Die Welt der Zahlen bewegt Enk auch bei ihrem gleichnamigen Kunstwerk. Hier weist sie auf den Bildungsbereich und die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen hin. Es wird immer ein Jahr gezeigt wie beispielsweise 1980. Darüber sind noch zwei weitere Zahlen gedruckt. Im genannten Beispiel der prozentuale Frauenanteil an Habilitationen, die zweite Prozentzahl zeigt den Anteil der C4-Professuren, um auf Missverhältnisse hinzuweisen.

In Enks Werken „Der Krieg ist noch nicht zu Ende… Die Frauen vor mir“ und „Hindenken – Hommage à Katharina von Bora“ zeigen sich weitere Frauenthemen. Ersteres beschäftigt sich mit der Geschichte von Enks Mutter, die den Krieg und das damit einhergehende Grauen miterlebte und später verdrängte. Erst als sie an Demenz erkrankte, sei sie bereit gewesen, über das Vorgefallene zu sprechen.

Ab Frühjahr 2020 zu sehen

Enk verarbeitete dieses Wissen in „Text-Bild-Anordnungen“ – bestehend aus Bild- und Textdokumenten aus Fotoalben, Briefen und Tagebüchern. Emmert freut sich, Werke der Künstlerin in der Kunstsammlung des Bistums zu haben: „Frau Enk ist Künstlerin der Region und sie kann ein Stück der Region abbilden.“ Außerdem sei es gut, wenn Frauen mit ihrem Schaffen in der Sammlung vertreten seien.

Die Kunstwerke der Künstlerin werden voraussichtlich ab dem Frühjahr 2020 nach einer Umgestaltung der Dauerausstellung im Museum am Dom zu sehen sein. pow