Würzburg

Umfangreiche Ermittlungen 17-Jährige hatte 2019 angebliche Straftat angezeigt / Von Strafverfolgung wird abgesehen

Sexualdelikt war offenbar frei erfunden

Archivartikel

Würzburg.Eine 17-Jährige hatte im Sommer 2019 bei der Würzburger Polizei ein Sexualdelikt angezeigt, das sich im Ringpark ereignet haben sollte. Kriminalpolizeiliche Ermittlungen in diesem Zusammenhang ergaben, dass die Tat offensichtlich frei erfunden war.

Gegen die Jugendliche wurde daher wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt.

Die damals 17-Jährige war am Morgen des 27. Juli 2019 zur Polizeiinspektion Würzburg-Stadt gekommen, um Anzeige gegen eine Gruppe arabisch sprechender Männer zu erstatten. Die Jugendliche gab an, von den Unbekannten unsittlich berührt, bedroht und zu sexuellen Handlungen aufgefordert worden zu sein. Trotz ihrer Hilferufe sollen vorbeilaufende Passanten nicht reagiert haben. Die Tat soll sich am Vorabend, gegen 23.40 Uhr, im Bereich des Ringparks ereignet haben.

Die Kriminalpolizei Würzburg übernahm in der Folge die Ermittlungen in dem Fall, die unter anderem wegen des Verdachts der versuchten Vergewaltigung geführt wurden. Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen verwickelte sich die vermeintliche Geschädigte zunehmend in Widersprüche, und es erhärtete sich nach und nach der Verdacht, dass der sexuelle Übergriff überhaupt nicht stattgefunden hat. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse leitete die Kripo Würzburg gegen die Jugendliche ein Ermittlungsverfahren wegen des dringenden Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ein. Die Ermittlungsakte wurde nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Maßnahmen der Staatsanwaltschaft Würzburg vorgelegt. Da sich die zur Tatzeit 17-jährige Beschuldigte einer erzieherischen Maßnahme unterzog, waren die Voraussetzungen des Jugendgerichtsgesetzes erfüllt, von einer Strafverfolgung abzusehen, wie es abschließend in einer gemeinsamen Erklärung des Polizeipräsidiums und der Staatsanwaltschaft Würzburg heißt.