Würzburg

Polizei war erfolgreich Rund 40 Tatverdächtige zwischen 13 und 19 Jahren ermittelt

Sechs Jugendliche verhaftet

Archivartikel

Würzburg.In der Innenstadt haben in den vergangenen Wochen an verschiedenen Orten Jugendliche gemeinsam Straftaten begangen. Durch konsequentes Einschreiten und zielgerichtete Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft wurden mittlerweile sechs Hauptakteure in Haft gesetzt.

Nachdem sich die Situation in Würzburg im Bereich Mainkai / Alter Hafen rund um die Ermittlungen einer über 50-köpfigen Jugendgruppe (wir berichteten) im Frühjahr beruhigt hatte, haben sich in den vergangenen Wochen andere Jugendliche im Innenstadtbereich, etwa am Hahnenhof, am Hauptbahnhof und in einem Würzburger Freibad regelmäßig getroffen. Dies ist im Grundsatz – gerade in den Sommermonaten – ein normaler Vorgang und aus polizeilicher Sicht vollkommen unproblematisch. Allerdings war es neben Ordnungsstörungen, insbesondere seit Juni, auch zu verschiedenen Straftaten gekommen. Dabei handelte es sich zum einen um von Einzelpersonen begangene Straftaten wie Beleidigungen, Sachbeschädigungen oder Betäubungsmitteldelikte, zum anderen aber auch um gemeinschaftlich begangene Delikte, wie zum Beispiel gefährliche Körperverletzungen, Raub- und Eigentums- sowie Einbruchsdelikte. In der Summe sind insgesamt rund 40 Tatverdächtige identifiziert worden, deren Großteil zwischen von 13 bis 19 Jahren alt ist.

Bei der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt wurde neben einer erhöhten Bestreifung ein Ermittlungsteam ins Leben gerufen. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Würzburg wurden auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse gegen die Haupttatverdächtigen bislang sechs Haftbefehle erwirkt, die mittlerweile auch vollstreckt wurden. So konnten die Beamten am 5. Juni einen 14-Jährigen wegen des Verdachts des Wohnungseinbruchs verhaften. Ihm wird vorgeworfen, Ende Mai in ein Wohnhaus im Würzburger Stadtteil Zellerau eingebrochen zu sein. Ein anderer Jugendlicher sitzt seit dem 16. Juni in einer Justizvollzugsanstalt ein. Der 16-Jährige ist dringend tatverdächtig, gemeinsam mit anderen Beschuldigten an dem Wohnungseinbruchsdiebstahl im Mai beteiligt gewesen zu sein. Am 19. Juli nahmen die Beamten einen 16 Jahre alten Jugendlichen und einen 19-Jährigen fest. Die beiden sitzen derzeit nach einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen am 12. Juli in Ochsenfurt wegen gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft.

Ein Untersuchungshaftbefehl wegen eines versuchten besonders schweren Falls des Diebstahls wurde am 23. Juli gegen einen 18-Jährigen erlassen. Der junge Mann, der versucht haben soll, einen Linienbus aufzubrechen, sitzt in einer Justizvollzugsanstalt ein. Die Festnahme des 18-Jährigen fand im Dallenbergbad statt. Dabei kam es zu Widerstandshandlungen und einer versuchten Gefangenenbefreiung.

Seit dem 17. August sitzt ein 17-Jähriger wegen räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft. Er ist dringend tatverdächtig, gemeinsam mit weiteren Jugendlichen am Donnerstag, 15. August, am Hauptbahnhof zwei Jugendliche erpresst und um deren Bargeld gebracht zu haben. Die Verhaftung erfolgte durch die Bundespolizeiinspektion.

Im Bereich des Hahnenhofes war es Anfang Juli zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Jugendlichen gekommen. Ein 18-Jähriger wurde mit Schlägen und Tritten verletzt. Die Polizei ermittelte bisher elf Tatverdächtige.

Die Ermittlungen dauern in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft an. Im besonderen Maße gilt es, gerade im Bereich der Straffälligkeit von Kindern und Jugendlichen im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes gesamtgesellschaftliche Anstrengungen zu deren Verhütung zu unternehmen. Was die Entwicklung der Jugendkriminalität in der Stadt Würzburg angeht, so registrierte die Polizei insgesamt einen Rückgang. Im Jahr 2018 ereigneten sich 695 Straftaten, 2017 waren es 722, 2016 derer 736 und 2015 waren es 1043. Blickt man auf die Kriminalstatistik anderer bayerischer Mittel- und Großstädte, so zeigt sich, dass Würzburg im Bereich der Deliktsfelder wie Straßen- und Gewaltkriminalität keine Auffälligkeiten aufweist. Auf die bisherige Entwicklung 2019 hat die Polizei sofort reagiert und tritt ihr mit allen Mitteln entgegen. Durch konsequentes Einschreiten und mit konzertierten Aktionen, wie zum Beispiel Präventionsprojekten an Schulen und in den Stadtteilen, zieht man gemeinsam mit anderen Sicherheitspartnern, insbesondere mit der Stadt Würzburg, an einem Strang. pol