Würzburg

Uniklinikum Würzburg Patienteninformationstag am Samstag, 21. April / Neun Experten referieren aktuelle Aspekte

Prostatakrebs: Vorsorge, Diagnostik und Therapie

Würzburg.Das Prostatakarzinom-Zentrum des Uniklinikums Würzburg veranstaltet am Samstag, 21. April, für alle Interessierten einen Patienteninformationstag. Im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin referieren neun Experten über aktuelle Aspekte aus Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Selbsthilfe.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Männer in Deutschland. „Nicht zuletzt die hohe Beteiligung an unserem ersten diesbezüglichen Patienteninformationstag im vergangenen Jahr bestätigte uns das ungebrochen hohe Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit“, berichtet Professor Dr. Hubert Kübler, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Uniklinikums Würzburg (UKW).

Vorträge

Deshalb ist für den 21. April eine Neuauflage der Veranstaltung geplant: Das von der Deutschen Krebshilfe zertifizierte Prostatakarzinomzentrum des UKW lädt an diesem Samstag wieder alle Interessierten dazu ein, wissenswerte Hintergründe und neueste Erkenntnisse über die Volkskrankheit zu erfahren. Zwischen 10 und 14 Uhr werden neun ausgewiesene Experten im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße zu diversen Aspekten referieren und die Fragen der Zuhörer beantworten.

Beispielsweise wird Dr. Arkadius Kocot über die „Renaissance des PSA-Wertes in der Prostatakrebsvorsorge“ sprechen. „Über kaum einen Tumormarker wird so intensiv und kontrovers diskutiert, wie über das Prostataspezifische-Antigen“, weiß der Leitende Oberarzt der urologischen Klinik des UKW und fährt fort: „Fakt ist allerdings, dass die Langzeit-Nachverfolgung von PSA-basierten Screening-Studien zeigt, dass durch den Einsatz des PSA-Werts die Sterblichkeit am Prostatakarzinom reduziert werden kann.“

Mit dem PSA in Verbindung steht das Prostata-spezifische Membran Antigen (PSMA). Dieses Molekül ist auf der Oberfläche gesunder Prostatazellen vorhanden, sehr viel mehr aber auf Prostatakrebs-Zellen. Im restlichen Körper kommt das Protein kaum vor. „PSMA ist deshalb ein ideales Zielmolekül für die Diagnostik und zugleich für zielgerichtete Therapien von Prostatakrebs“, sagt Professor Andreas Buck. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des UKW wird beim Infomationstag der Frage nachgehen, ob ein PET-CT mit PSMA heute schon als Diagnosestandard bezeichnet werden kann.

Deutliche Veränderungen

Auch in der Primärdiagnostik des Prostatakrebses gab es in den letzten Jahren deutliche Veränderungen. Die Einführung der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) ist eine dieser neuen Entwicklungen. Professor Dr. Thorsten Bley, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKW, wird diesbezüglich eine aktuelle Übersicht geben und die Vorteile dieser diagnostischen Technik darstellen.

Durch die hochauflösende mpMRT ist es möglich, bösartige Veränderungen in der Prostata mit hoher Genauigkeit zu identifizieren. Anschließend können diese Veränderungen mithilfe einer Probenentnahme aus der Prostata – einer Biopsie – weiter abgeklärt werden. Lukas Koneval von der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW wird über die Technik und die Vorteile der moderne Fusionsbiospie der Prostata berichten.

Wie die Diagnostik, so wandelt sich derzeit auch die Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms. Neue Substanzen bestimmen zunehmend den klinischen Alltag. Welche Chancen diese Wirkstoffe bieten und welche neuen Herausforderungen sich dadurch ergeben, erläutert die UKW-Urologin Dr. Anna Seitz. Weitere Vorträge widmen sich dem „State of the Art“ bei operativen Verfahren und in der Strahlentherapie. Beispielsweise wurde von Professor Kübler bei seinem Amtsantritt Anfang vergangenen Jahres die nerverhaltende radikale Prostatektomie mit sogenanntem Intraoperativem Schnellschnitt-Monitoring am UKW eingeführt.

„Durch diese Technik können die neurovaskulären Strukturen, die für die Potenz der Männer zuständig sind, bei einem Großteil der Patienten erhalten bleiben – und zwar ohne die onkologische Sicherheit der Operation zu gefährden“, unterstreicht der Würzburger Klinikdirektor.

Selbsthilfe und Bewegung

Am Patienteninformationstag werden auch komplementäre Gesichtspunkte angesprochen, wie zum Beispiel die Leistungen der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Würzburg. Außerdem wird Lisa Schiffmann von der Ambulanten Ernährungsberatung für Krebspatienten des UKW Möglichkeiten aufzeigen, wie betroffene Patienten durch Sport und Bewegung die Krebserkrankung positiv beeinflussen können.

Die Teilnahme am Patienteninfotag ist kostenlos, teilt das Uniklinikum Würzburg weiter mit. Das detaillierte Programm gibt es unter www.urologie.ukw.de, Rubrik „Veranstaltungen“.