Würzburg

Infektion Jetzt Zwölf Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Würzburg / Landratsamt gibt Hinweise

Nur angemeldet zu Teststellen

Archivartikel

Würzburg.Die Zahl der als positiv bestätigten Corona-Fälle hat sich in der Stadt und im Landkreis Würzburg auf insgesamt zwölf erhöht. Es betrifft sowohl Personen aus der Stadt als auch aus dem Landkreis, berichtete das Landratsamt am Sonntagnachmittag .

Dabei handelt es sich um ein junges Paar, das derzeit in einem Würzburger Klinikum isoliert ist (wir berichteten). Dazu kommen ein Schüler der Leonhard-Frank-Schule am Würzburger Heuchelhof und seine Eltern. Bei der Untersuchung der Kontaktpersonen des Jungen wurden weitere drei Schüler positiv getestet. Ein Ehepaar aus dem außereuropäischen Ausland hat sich auf einer Reise angesteckt. Der Mann war kurzzeitig stationär in Behandlung. Ein Lehrer eines Gymnasiums wurde am Wochenende positiv getestet, ebenso eine Jugendliche, die sich wie der Lehrer in Südtirol aufgehalten hat. Das Würzburger Gesundheitsamt ermittelt auch die Kontaktpersonen einer Mitarbeiterin der Universität, die nicht in der Region Würzburg wohnt.

Alle Infektionsquellen konnten bisher zurückverfolgt werden und lagen in Italien, Südtirol und im außereuropäischen Ausland.

Alle Krankheitsverläufe waren mild und konnten, bis auf drei Personen, durchgehend ambulant behandelt werden. Alle Infizierten und die vom Gesundheitsamt ermittelten Kontaktpersonen stehen derzeit unter häuslicher Quarantäne, heißt es weiter in dem Pressebericht

Da sich die Zahl der Personen, bei denen das Virus noch nicht nachgewiesen wurde, stündlich ändert, kann die Anzahl nicht beantwortet werden. Die Anzahl der Tests auf das Corona-Virus ist ebenfalls sehr dynamisch, bisher wurden seit dem ersten bekannten Würzburger Fall rund 60 Tests beauftragt. Es wird darauf hingewiesen, dass auch ein negativer Test die 14-tägige häusliche Quarantänezeit nicht verkürzt.

Von Schulschließungen sind derzeit in Würzburg die Leonhard-Frank-Schule mit den Standorten am Heuchelhof und in Rottenbauer betroffen. Dazu kommt seit heute das Dag-Hammerskjöld-Gymnasium in privater Trägerschaft; diese Schließung wurde nicht vom Gesundheitsamt angeordnet. Auch sind jeweils eine Schulklasse an zwei Schulen auf Empfehlung des Gesundheitsamtes vorerst geschlossen.

Nur Risikopatienten

Die neu eingerichtete ambulante Untersuchungsstelle am Universitätsklinikum kann ausschließlich Patienten berücksichtigen, die vorher mit dem Gesundheitsamt unter der Bürgertelefonnummer 0931/80035100 Kontakt aufgenommen haben und als gefährdet eingestuft worden sind. Das Gesundheitsamt meldet begründete Verdachtsfälle an die Untersuchungsstelle zur Testung an.

Dr. Joachim Löw, Leiter des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Würzburg, ruft zur Besonnenheit auf und verweist auf die Risikobewertung durch das Robert-Koch-Institut (RKI): „Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als mäßig eingeschätzt.“

Wer Kontakt mit einer bereits positiv auf eine Corona-Infektion getesteten Person hatte, wird nicht automatisch getestet, solange er keine Symptome zeigt und für die Eindämmung der Infektionen nicht von Bedeutung ist. Vorsichtshalber dürfen diese Personen vom Tag des Kontaktes an 14 Tage nicht in Kita und Schule.

In einigen Medien wurde am Samstag fälschlicherweise berichtet, dass im Universitätsklinikum Würzburg eine offen zugängliche Untersuchungsstelle für Bürger aus Stadt und Landkreis Würzburg, die den Verdacht haben, sich gegebenenfalls mit dem neuen Coronavirus infiziert zu haben, eingerichtet wurde. Dadurch ist der Eindruck entstanden, die Bürger könnten direkt, das heißt, ohne vorherige Abklärung in das Uniklinikum kommen. Diese Vorgehensweise würde die Möglichkeiten des Universitätsklinikums sprengen und dazu führen, dass Patienten, die eine Untersuchung gesundheitlich dringend benötigen, diese wegen fehlender Kapazitäten nicht erhalten können, schreibt das Landratsamt.

Das Gesundheitsamt meldet begründete Verdachtsfälle an die Untersuchungsstelle zur Testung an. Für Montag, 9. März, sind die Kapazitäten an Testungen bereits ausgeschöpft.

Dr. Johann Löw, Leiter des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Würzburg, betont: „Nicht jeder, der sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt mit einer solchen Person hatte, muss getestet werden. Das Gesundheitsamt entscheidet, wer getestet werden muss. Die Kapazitäten der Labore reichen nur aus, um wirklich ernsthafte Verdachtsfälle testen zu lassen.“

Die Verfügung des Bayerischen Gesundheitsministeriums vom 6. März besagt, dass alle Kinder und Jugendlichen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet entsprechend der aktuellen Festlegung durch das RKI aufgehalten haben, für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten dürfen.

Das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Würzburg wurde seit Freitag von einigen hundert Personen kontaktiert. Häufige Fragen stellten sich nach der Rückkehr aus Südtirol.