Würzburg

Kloster Himmelspforten Priestermangel ist auch in der Bischofsstadt Würzburg angekommen

Messen „mangels Masse“ auf den Nachmittag verlegt

Würzburg.Der Priestermangel, vor allem auf dem flachen Land sichtbar, ist inzwischen auch in der Bischofsstadt Würzburg angekommen.

Seit Jahrzehnten zum ersten Mal musste in der Kirche des Karmelitinnenklosters „Himmelspforten“ der Sonntagsgottesdienst von 9 auf 16 Uhr verlegt werden, weil man keinen Priester für eine Messe am Morgen gefunden hatte. Gleiches gilt auch an Mariä Himmelfahrt.

Engpass nur vorübergehend?

Noch ist es ein nur vorübergehender Engpass in der Urlaubszeit, so Schwester Johanna, die Priorin des Klosters, aber fürs nächste Jahr sei sie in Sorge, ob sie noch genügend Priester für den Sonntagsgottesdienst am Morgen finden werde. Altersbedingt würden auch die Ruhestandspriester weniger.

Dass es auch hinter hohen „Karmel-Mauern“ Humor gibt , zeigt der Kommentar einer Schwester zum Sonntagsgottesdienst um 16 Uhr. Sie gab ihm den Beinamen „Langschläfer-Messe“.

Nur fünf Gläubige kamen

Die derzeit neun Karmel-Schwestern, die weitgehend im Verborgenen leben, öffnen an Sonn- und Feiertagen die Kirchentüre für Besucher von außen. Überfüllt ist der Sonntagsgottesdienst nie, aber nur fünf Gläubige „von draußen“ waren ein Tiefstand in der Statistik. Bei dem Gottesdienst hat Pater Elias Haas, Prior des Karmelitenklosters in Würzburg, seinen Zuhörern Mut zur „kleinen Herde“ in der Kirche gemacht und an einem Beispiel erläutert, dass man den Zeiten „mit vollen Kirchen“ nicht grundsätzlich nachtrauern müsse. In seiner Kindheit sei am Sonntag die gesamte Empore und der hintere Kirchenraum von Männern besetzt gewesen, von denen viele wenig Kontakt zum Geschehen vorn am Altar hatten: Sie spielten Karten. Und wenn Ministranten mit den Opferkörbchen kamen, haben sie die Karten schnell versteckt, „obwohl wir alle wussten, was da läuft“.

Info: Mehr Informationen über das Kloster unter www.himmelspforten.net im Internet.