Würzburg

Kommandoübergabe bei der 10. Panzerdivision Generalmajor Bernd Schütt übernimmt neue Aufgabe im Verteidigungsministerium

Hohe Einsatzbereitschaft gewährleistet

Archivartikel

Veitshöchhiem.Der Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Johann Langenegger, übergab am Freitag in der Veitshöchheimer Balthasar-Neumann-Kaserne das Kommando der 10. Panzerdivision von Generalmajor Bernd Schütt an Brigadegeneral Harald Gante. Schütt verlässt nach gut vier Jahren den Großverband und übernimmt eine neue Aufgabe als Abteilungsleiter für strategische Fragen im Bundesministerium der Verteidigung. Brigadegeneral Harald Gante war bisher Kommandeur der Offiziersschule des Heeres in Dresden. Musikalisch begleitete das Heeresmusikkorps Veitshöchheim den Übergabeappell, für den rund 450 Soldaten aller Truppenteile des Großverbandes den äußeren Rahmen bildeten.

Herausragende Leistung

In seiner Ansprache hob der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Johann Langenegger, die herausragenden Leistungen des scheidenden Kommandeurs hervor, der stets die Richtung vorgab und „von vorne geführt hat, auch bei Schlechtwetter“.

Schütts Verdienst sei es gewesen, dass die Einsatzbereitschaft der 10. Panzerdivision immer auf sehr hohen Niveau gehalten wurde. Die Ehrengäste verabschiedeten General Schütt mit langanhaltendem Beifall.

Der stellvertretende Inspekteur des Heeres ging auch auf die internationale politische Lage ein und betonte, dass die jüngsten Auseinandersetzungen im Nahen Osten, auf der Krim und in der Ostukraine deutlich machen, wie zerbrechlich die Sicherheit derzeit doch sei. Die Bundeswehr sei in dieser Situation gefordert wie noch nie in ihrer bisherigen Geschichte, was sich in einer Fülle von Aufträgen ausdrücke. Langenegger appellierte an die politisch Verantwortlichen, die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen, damit die Lücken in der fehlenden Ausrüstung zeitnah geschlossen werden können.

Dies bedürfe großer Anstrengungen für die es aber gute Sachargumente gebe.

Der scheidende Divisionskommandeur Generalmajor Bernd Schütt freute sich in seiner Abschiedsrede über den großen Rückhalt und die Verbundenheit mit der Bevölkerung, die den Soldaten in der Region tagtäglich begegnen.

Die vier Jahre und 32 Tage, in denen er das Kommando über die rund 21 000 Soldatinnen und Soldaten der 10. Panzerdivision hatte, waren durch einschneidende Ereignisse gekennzeichnet, die von hoher Relevanz für die Sicherheit des Landes und der Verbündeten, für westliche Werte und Organisationen, aber auch für das Selbstverständnis, die Aufgaben und die Struktur von Streitkräften waren und sind.

Instabilere Lage

An erster Stelle nannte Schütt die unverändert erodierende Staatlichkeit, insbesondere im Nahen, Mittleren und Fernen Osten, die Annexion der Krim durch Russland – und damit die Verletzung völkerrechtlicher Normen – das Erstarken der radikal-islamischen Bewegung mit der Folge ihrer kriegerischen Bekämpfung und der daraus resultierende deutliche Anstieg von Migrationsbewegungen, die zumindest potenziell dazu geeignet seien, politische Auffassungen zu polarisieren und Spaltungstendenzen zu fördern.

Insgesamt, so Schütt sei die sicherheitspolitische Lage instabiler und unberechenbarer geworden, was dazu führe, dass die Anforderungen an die Streitkräfte – national wie international – signifikant gestiegen seien. Dies gelte in gleichem Maße für die 10. Panzerdivision.

Neben der Gestellung der Einsatzkontingente für alle Einsätze mit Heeresbeteiligung in 2015 und 2017 sowie der Verantwortung für die Einsatzgestellung in Afrika und auf dem Balkan in 2018, galt es für den Großverband auch, den ersten schnellen Einsatzverband als Beitrag zur Nato Response Force im Jahr 2015 sowie ab Januar 2017 beginnend, die Verantwortung für die Bereitstellung eines multinational zusammengesetzten Gefechtsverbandes in Litauen im Rahmen der Nato-Initiative eFP zu übernehmen. Zusammenfassend stellte der scheidende Kommandeur fest: „Die 10. Panzerdivision ist einsatzbewährt, multinational verankert und ein verlässlicher Partner, regional, national und auch international“. Die Grundlage dafür sei die Truppe, denn „eine gute Truppe erkennt man daran, dass sie ihren Auftrag mit, ohne und manchmal vielleicht sogar trotz des militärischen Führers erfüllt“.