Würzburg

Uniklinikum Zukunftsweisende Investitionen des Bayerischen Wissenschaftsministeriums in Würzburg

Freie Bahn für die Forschung

Archivartikel

Würzburg.Es sind zukunftsweisende Investitionen, die das Bayerische Wissenschaftsministerium kürzlich tätigte. Zum einen fördert es das Würzburger Staab-Covid-Programm mit 1,5 Millionen Euro. Zum anderen wurde nun der Planungsauftrag für essenzielle Neubauvorhaben des Uniklinikums Würzburg erteilt. Beide Projekte wurden jetzt bei einer Pressekonferenz mit Staatsminister Bernd Sibler im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg präsentiert.

„Wir wollen das Virus verstehen“

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Georg Ertl, den Ärztlichen Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW), sagte Würzburgs Unipräsident Prof. Dr. Alfred Forchel: „Wir zählen zwar nicht zu den größten Universitäten weltweit, publizieren aber sehr hochrangig und im überdurchschnittlichen Maße.“

Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte, dass ihm die wissenschaftliche Arbeit zum Thema Corona sehr am Herzen liege: „Wir fördern die Corona-Forschung, um lebensrettende Erkenntnisse zu erhalten. Wir wollen das Virus verstehen, die Pandemie eindämmen und die Behandlung optimieren. Besonnene Entscheidungen kann nur derjenige treffen, der auf fachlichen Rat hört. Das haben wir in Bayern getan und werden wir weiterhin tun.“ Die Universitätsmedizin in Bayern sei die Speerspitze der Patientenversorgung und gleichzeitig das Rückgrat im Kampf gegen Corona. Durch vorausschauende Maßnahmen konnten im Freistaat Zustände wie andernorts und weltweit vermieden werden. „Wir wollen auch auf eine mögliche zweite Corona-Welle gut vorbereitet sein und den Menschen Sicherheit bieten. Das Staab-Covid-Programm kann dazu beitragen“, ist sich Sibler sicher.

Das von seinem Ministerium mit 1,5 Millionen Euro unterstützte Würzburger Programm wird von Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI), und Prof. Dr. Peter U. Heuschmann, Direktor des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Uni Würzburg, geleitet. „Die Studie lief bereits sieben Jahre, das heißt wir haben Informationen vor der Corona-Krise, aber auch aktuell und in Zukunft“, erläuterte Prof. Störk. Das DZHI habe bei seiner Gründung vor zehn Jahren in die Statuten aufgenommen, auch Forschung für die Region zu betreiben. In der von der Stadt Würzburg unterstützten Staab-Studie, an der 5000 Bürger teilnehmen, werden Krankheitsauslöser für eine Herzinsuffizienz und Gesundheitsverstärker gesucht.

„Wir haben also umfängliche Vorinformationen über das Ausmaß der Vorerkrankungen und auch Biomaterialien, die wir nun mit den neu gewonnenen Informationen und Blutwerten vergleichen können“, verdeutlichte Störk.

Denn seit Juli dieses Jahres werden die Staab-Probanden für einen kurzen persönlichen Termin ins DZHI eingeladen, um eine Blutprobe abzugeben sowie Fragen zur psychischen Belastung, aber auch zu Änderungen des Lebensstils und zu Folgen der Pandemie zu beantworten.

Repräsentativer Überblick

Innerhalb der nächsten zwei Jahre folgen in regelmäßigen Abständen weitere Untersuchungen auf Corona-Infektionen und Sars-CoV-2 Antikörper. Das neue Staab-Covid-Programm bietet laut Störk mit seiner bereits eingehend typisierten Kohorte die einzigartige Möglichkeit, sowohl kurz- als auch langfristig und mit höchster Qualität eine Reihe von hochrelevanten Fragen zu beantworten. Prof. Dr. Georg Ertl fügte hinzu: „Wir kennen die Risikofaktoren und können definieren, ob und welche Risikofaktoren mitverantwortlich sind für Covid-Erkrankungen jetzt und in Zukunft. Ferner erhalten wir einen repräsentativen Überblick über den Infektionsstatus der Würzburger Bevölkerung. Sequentielle Abstriche können frühzeitig auf eine zweite Welle hinweisen und es ermöglichen, das regionale Gesundheitssystem darauf einzustellen.“

Sibler bedankte sich bei allen Beteiligten für die beeindruckende Pionierarbeit: „Die Datengrundlage ist enorm, wir hoffen nun, daraus grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen. Wir wollen das Virus besiegen und den Menschen Lebenssicherheit geben.“ Er betonte die Vernetzung der Wissenschaft.

„Wir führen die Erkenntnisse aus verschiedenen Studien zusammen, um ein großes Bild zu erhalten. Wissenschaft profitiert entscheidend von Vernetzung, auch international. Forscherinnen und Forscher müssen aus verschiedenen Disziplinen und verschiedenen Ländern zusammenarbeiten.“ uni