Würzburg

Schöffengericht Würzburg 23-Jähriger erhielt Bewährungsstrafe

Feuer im Pkw der Ex-Freundin gelegt

Würzburg.Knutschflecken am Hals seiner ehemaligen Freundin waren für einen jungen Syrer der Anlass, dass er der Studentin nach einer Aussprache ins Gesicht gespuckt und in der folgenden Nacht versucht hat, deren Auto abzufackeln. Ein Schöffengericht verurteilte den 23-Jährigen wegen Brandstiftung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr. Zu den Auflagen gehören 220 Stunden soziale Arbeit und ein Betrag von 2 000 Euro, zu zahlen an den Vater der Studentin für den Schaden am Pkw.

Der junge Mann war nicht damit fertig geworden, dass die in der Flüchtlingshilfe stark engagierte 25-jährige Studentin die Beziehung zu ihm nach fast einem Jahr beendete und ihm anbot, Freunde auf Distanz zu bleiben. Sie begründete die Trennung mit häufigen Stimmungs-schwankungen des Angeklagten und häufigem Streit „wegen nichts“.

Fast täglich hatte der 23-Jährige danach versucht, die junge Frau umzustimmen: Er klingelte an der Wohnungstür und bat um ein Gespräch, er rief sie an, schickte SMS-Nachrichten, warf Rosen auf ihren Balkon und stand bei einer Demonstration für Asylbewerber und Flüchtlinge plötzlich hinter ihr und fragte, mit welchen Männern sie da unterwegs sei. Er könne ohne sie an manchen Tagen nichts essen und trinken und nachts nicht schlafen. Den Vorschlag der Studentin, sich um eine Therapie zu bemühen, habe er als „nicht nötig“ abgelehnt.

Er sei grenzenlos verletzt gewesen, so der Angeklagte, habe der Ex- Freundin nicht geglaubt, als sie Knutsch-Flecken mit „Ausschlag“ umschreiben wollte. Als dann auch noch Trauer zum Frust kam, weil er vom Tod eines Familienangehörigen in Syrien erfuhr, sei er ganz durcheinander gewesen.

Der Angeklagte hat dann nach Mitternacht Toilettenpapier und Papiertaschentücher in den Pkw der Studentin gelegt, auf und vor den Fahrersitz, und angezündet. Mangels Sauerstoff ist das Feuer schnell erloschen, der Fahrersitz war durchgebrannt, Armaturen und Lenkrad waren geschmolzen, das ganze Fahrzeuginnere verrußt. Einen Zweitschlüssel zum Pkw hatte der Angeklagt noch aus „besseren Zeiten“.

Um dem Mann nicht zu schaden, hatte die Studentin lange gezögert, bevor sie zur Polizei ging. Der Flüchtling hat bei Vernehmungen und auch vor Gericht alles zugegeben, mit dem Hinweis, dass er keinen Menschen verletzten wollte. Das Urteil ist sofort rechtskräftig geworden.