Würzburg

Prognose für Unterfranken Corona-Pandemie hinterlässt negative Spuren auf dem Arbeitsmarkt

Fast 30 Prozent mehr Arbeitslose in Würzburg

Würzburg/Aschaffenburg.Die Arbeitslosigkeit wird 2020 im Arbeitsagenturbezirk Würzburg um 2000 auf 8700 Erwerbslose steigen. Das ist ein Plus von knapp 30 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2021 werden die Erwerbslosenzahlen um weitere 1,1 Prozent bzw. 100 Personen leicht auf 8800 steigen. Das stellt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Herbstprognose im mittleren Konjunkturszenario fest.

„2020 und 2021 werden wir einen seit über zehn Jahren nicht mehr gesehenen Anstieg der Arbeitslosigkeit erleben. Bei einer noch schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung, im Negativszenario der IAB-Prognose, würde die Arbeitslosigkeit in Würzburg sogar um 1100 Personen steigen. Das bereitet uns Sorge“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer der vbw (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft), Bertram Brossardt.

Noch sei das weitere Pandemie-Geschehen völlig offen: „Der derzeitige teilweise Lockdown ist in den Zahlen noch nicht abgebildet“, gibt Brossardt zu bedenken. Laut Prognose sinkt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Würzburg 2020 leicht um rund 100 auf 214 900 Personen. Im Jahresdurchschnitt 2021 wird die Beschäftigung mit 217 100 Personen wieder um ein Prozent bzw. um 2200 Per-sonen höher liegen als 2020. „Der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre hat coronabedingt ein jähes Ende genommen. Im kommenden Jahr zeigen die Prognosen aber bereits wieder eine Erholung an. Dennoch nimmt die Arbeitslosigkeit im Arbeitsagenturbezirk Würzburg zunächst leicht zu. Wir rechnen frühestens 2022 damit, dass Vorkrisenniveau wieder zu erreichen“, erklärt Brossardt. Die vbw sieht neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auch den industriellen Strukturwandel sowie wachsende außenwirtschaftliche Risiken mit Sorge. Dazu kommen auch innenpolitische Fehlanreize, die die Wirtschaft belasten.

„Weltweit haben wir die vierthöchsten Arbeitskosten, dazu stetig steigende Strom- und Energiekosten. Entlastungen sind aber weiterhin Fehlanzeige: Weder die Unternehmenssteuerlast wurde gesenkt, noch ist die Modernisierung des Ar-beitszeitgesetzes angegangen worden“, sagt Brossardt. In Aschaffenburg steigt die Arbeitslosenzahl 2020 sogar um über 33 Prozent um 2200 auf 8800 Erwerbslose steigen. Im Jahresdurchschnitt 2021 werden die Erwerbslosenzahlen laut IAB um weitere 5,7 Prozent beziehungsweise 500 Personen auf 9300 steigen. Im Negativszenario der IAB-Prognose würde die Arbeitslosigkeit in Aschaffenburg sogar um 1400 Personen steigen. Laut Prognose sinkt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung 2020 um rund 800 auf 144 700 Personen.

Im Jahresdurchschnitt 2021 werde die Beschäftigung mit 145 600 Personen wieder um 0,6 Prozent bzw. um 900 Personen höher liegen als 2020.