Würzburg

Erster Spatenstich Baubeginn für Brücke über die Pleichach / Künftig Hauptzufahrt zur großen Sport-, Konzert- und Tagungshalle

Eine Startrampe für die geplante Multifunktions-Arena

Archivartikel

Würzburg.Nein, es war noch nicht der offizielle Spatenstich für den Bau einer Multifunktions-Arena in unmittelbarer Nähe des Würzburger Hauptbahnhofs. Aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer modernen Sport-, Konzert- und Tagungshalle mit einer Kapazität von bis zu 8000 Zuschauern: Am Freitag hat die Stadt Würzburg mit dem Bau einer Brücke über die Pleichach begonnen, die künftig die Hauptzufahrt zur Arena sein soll.

Neun Tage vor der Kommunalwahl in Bayern wurden für den offiziellen Spatenstich für das Arena-Erschließungsbauwerk mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtrats sage und schreibe 16 Spaten gebraucht.

„Das ist auch der Startschuss für die neue Arena“ betonte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Es ist ein großer Tag für uns, weil das Gesamtprojekt Multifunktionshalle auf einem guten Weg ist.“ Schuchardt bezeichnete die neue Brücke am Ende der Kohlenhofstraße zwischen dem hohen Turm des Würzburger „GHotel“ und den Gleisanlagen des nahe gelegenen Würzburger Hauptbahnhofs als „Startrampe für die Arena“.

Pläne für eine große Veranstaltungshalle gab es in Würzburg in der Vergangenheit mehrere, so nahe heran an die tatsächliche Realisierung wie das aktuelle Projekt kam keiner davon. Das liegt vor allem daran, dass die Arena, in der künftig unter anderem die Bundesliga-Basketballer von s.Oliver Würzburg vor bis zu 6000 Zuschauern spielen wollen, weder von der Stadt noch vom künftigen Betreiber alleine finanziert werden muss.

Die Multifunktions-Arena ist das erste große Projekt der gemeinnützigen „Zukunftsstiftung Würzburg“, die von Bernd Freier, Inhaber des Mode-Labels s.Oliver, und Michael Reizel, Geschäftsführer der BVUK-Gruppe gegründet und mit einem Grundkapital in zweistelliger Millionenhöhe ausgestattet wurde. Die Firma s.Oliver ist der Hauptsponsor und die BVUK-Gruppe der Trikot-Sponsor der Würzburger Basketballer. Zu den Stiftern gehören auch die Gebrüder Bader, die einen großen Teil des Arena-Grundstücks beigesteuert haben. Die Stadt Würzburg beteiligt sich mit insgesamt zwölf Millionen Euro, hauptsächlich für Zinsen und Tilgung der für den Bau erforderlichen Darlehen.

Als erste Erschließungsmaßnahme baut sich auch die rund 18 Meter lange, 14 Meter breite und rund zwei Millionen Euro teure Brücke, die zunächst von den Baufahrzeugen und später von den Besuchern der Arena genutzt werden wird – mit Pkw, Fahrrad und zu Fuß. „Die Stadt ist vorbildhaft vorangegangen und hat mit der finanziellen Beteiligung die Weichen gestellt“, betonte Thomas Oehler, Geschäftsführer der Arena Würzburg Projektgesellschaft.

Der OB freute sich auf ein Bauwerk, „das gut mitten in diese Stadt passt“. Durch die kurzen Wege zum Hauptbahnhof und zur Straßenbahn sowie zahlreiche Parkhäuser in der Umgebung seien am zentralen Standort die bestmöglichen Strukturen vorhanden. Direkt neben einer Hauptlinie des transeuropäischen Schienennetzes entstehe ein „Leuchtturmprojekt für die Stadt mit gehaltvoller und qualitativ hochwertiger Architektur“, so Schuchardt.

Der künftige Betreiber der Halle ist bereit, sich an den Projektkosten zu beteiligen und die Arena langfristig zu bespielen.

Laut Thomas Oehler laufen derzeit Verhandlungen mit mehreren Bewerbern (wir berichteten), „die alle das nötige Know-How haben und gewährleisten können, dass die Arena auf lange Sicht funktionieren wird“. Auch Stefan Rühling, Vorstandsvorsitzender der Zukunftsstiftung Würzburg, ist mit dem aktuellen Stand zufrieden: „In den Gesprächen hat sich gezeigt, dass Würzburg und sein Einzugsgebiet mit über einer Million Menschen ein sehr interessanter Standort für potenzielle Betreiber ist.“

Fehlt nur noch die Baugenehmigung. Oehler will den Bauantrag mit seinen umfangreichen Unterlagen noch in diesem Jahr einreichen. Weil der künftige Betreiber auch eigene Anforderungen an die Ausstattung der Arena haben wird, muss der Bauantrag entsprechend angepasst werden. Die Bewerber „können sich in dieser frühen Phase selbst einbringen, was das Projekt noch besser macht“, so Oehler: „Man merkt, dass jeder in Würzburg dem Projekt wohlgesonnen ist. Diese schöne Stadt hat es verdient, so eine Multifunktions-Arena zu bekommen. Wenn wir erst einmal angefangen haben, wird die Euphorie sicherlich noch größer.“