Würzburg

„Cold Case“ Simone Strobel Die Unterfränkin war 2005 im australischen Lismore ermordet worden / Polizei hofft auf Hinweise

Eine Million Dollar als Belohnung

Würzburg.Vor 15 Jahren wurde die 25-jährige Simone Strobel aus dem unterfränkischen Rieden bei Würzburg in Australien ermordet. Der Täter wurde bis heute nicht gefunden. Der rätselhafte Tod der jungen Frau lässt den Ermittlern in Würzburg und im australischen Lismore aber offenbar keine Ruhe. Jetzt soll eine hohe Belohnung die entscheidende Wende bringen: die australische Polizei hat eine Million Dollar für Hinweise ausgesetzt, um das Gewaltverbrechen doch noch aufzuklären.

Die damals 25-Jährige Rucksacktouristin aus dem unterfränkischen Rieden war zuletzt lebend am 11. Februar 2005 auf einem Camping Platz in Lismore gesehen worden. Dort hatte sich die Kindergärtnerin mit ihren drei Begleitern aufgehalten. Sechs Tage später fand man ihren Leichnam in unmittelbarer Nähe des Campingplatzes. Sie lag etwa hundert Meter entfernt, verscharrt unter Palmen.

Als Hauptverdächtiger im Mordfall Simone Strobel galt über lange Zeit der damalige Freund der Unterfränkin. Erst vor drei Jahren hatte die Polizei laut Medienberichten seine Wohnung im australischen Perth, wo er mit seiner australischen Ehefrau lebt, durchsucht. Es gab auch eine Razzia in einem Büro, wo man nach einem Schriftverkehr suchte. Auf 100 Seiten sollen er und seine Frau offenbar bereits vor Jahren Verteidigungsstrategien und sein Aussageverhalten zum Tod Simone Strobels diskutiert haben. Die Durchsuchung ausgelöst hatte der Hauptverdächtige damals selbst: Er war gerichtlich gegen die Veröffentlichung des Buches einer australischen Autorin zum Tod von Simone Strobel vorgegangen, weil er sich dadurch verleumdet sah.

Der Polizeichef für den zuständigen Distrikt Richmond, Scott Tanner, geht davon aus, dass Personen in Australien oder auch im Ausland entscheidende Informationen zurückhalten. Er setzt deshalb auf die attraktive Höhe der Belohnung in Höhe von umgerechnet etwa 600 000 Euro, die die Regierung des Distrikts New South Wales zur Verfügung gestellt hat.

Die Ermittler hätten über die letzten 15 Jahre unermüdlich Beweise ausgewertet und auch mit Zeugen gesprochen. Um das Verbrechen an der damals 25-Jährigen aus dem Landkreis Würzburg aufzuklären, leiteten die australischen Behörden umfangreiche Ermittlungen ein.

Auf deutscher Seite wurden diese von der Kripo Würzburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg parallel geführt. Auf der Pressekonferenz in Australien führte Tanner laut einer Pressemitteilung der New South Wales Police Force aus: „Wir schulden es der Familie, diejenigen vor Gericht zu bringen, die für ihren Tod verantwortlich sind.“ Um das Gewaltverbrechen aufzuklären, brauche die Polizei die zusätzliche Hilfe der Öffentlichkeit.

In einer Presseerklärung der australischen Ermittler betont er deshalb, dass die Belohnung sich ausdrücklich nicht nur an Australier richte, sondern auch für entscheidende Hinweise aus anderen Ländern gelte. Für die Ermittlungen und die Angehörigen ist es ein erneuter und vielleicht auch entscheidender Ansatz zur Aufklärung dieses „Cold Case“.