Würzburg

Heizkraftwerk: 2 Umfangreiche Modernisierung trägt zur Reduzierung von CO-Emissionen bei / Schwermontage für die neue Dampfturbine

Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Würzburg.Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke wird derzeit umfangreich modernisiert. Dies stellt einen weiteren Meilenstein zur Reduzierung von CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz in Würzburg dar. Auffälligster Bestandteil des Projektes wird die Integration eines modernen Heißwasserspeichers in das Gebäude sein, der zu noch mehr Flexibilität des Kraftwerks beitragen soll. Kürzlich erfolgte als weiterer Meilenstein im Projekt die erste Schwermontage für die neue Dampfturbine mit der Anlieferung und Montage des Heizkondensators.

Kraft-Wärme-Kopplung

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke übernimmt bei der Integration der erneuerbaren Energien in Würzburg und der Region eine wichtige Aufgabe: Die hocheffizienten Gas- und Dampfturbinen-Anlagen, die nach dem umweltfreundlichen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Betrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

Bis 2021 steht eine umfassende Modernisierung der Turbinen- und Kesselanlagen sowie der Einbau eines großen Wärmespeichers im Kraftwerk an. Geplant ist dabei unter anderem eine Modernisierung der Gasturbine GT I, der Einbau einer Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine sowie die Integration des Wärmespeichers, mit dem sich Fernwärme zwischenspeichern lässt.

Als weiterer Meilenstein im Projekt erfolgte nun die erste Schwermontage für die neue Dampfturbine mit der Anlieferung und Montage des Heizkondensators.

Dieser dient als Wärmetauscher für Turbinenabdampf und Fernwärme-Heißwasser, hat ein Gewicht von 26 Tonnen und eine Länge von zehn Metern bei einem Durchmesser von 1,6 Meter. Der Heizkondensator besteht aus 1804 Rohren mit einer Heizfläche von 800 Quadratmetern und 51 000 Kilowatt Wärmeleistung.

Die neue Dampfturbinenanlage wird an der Stelle der ehemaligen Turbine TS IV aufgestellt, hierfür wurde in den letzten Monaten ein neues Fundament errichtet. Die alte TS IV wurde vor vielen Jahren demontiert und verkauft. Bei der neuen Dampfturbine TS IV kommt eine Entnahme-Gegendruck-Turbine zum Einsatz. Im Vergleich zu den beiden bestehenden Dampfturbinen im Heizkraftwerk wird die Energie des Turbinenabdampfs vollständig zur Erzeugung von Fernwärme genutzt.

Bei den Bestandsturbinen wird der Abdampf kondensiert und die Abwärme in den Main geleitet. Der Betrieb wird besonders in den Wintermonaten hierdurch deutlich effizienter. Die Flexibilität bleibt trotzdem erhalten, da mit dem Einbau eines großen Wärmespeichers überschüssige Fernwärme im Speicher zwischengelagert und fehlende Fernwärme aus dem Speicher entnommen wird, wie es weiter in einem Bericht der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) heißt.

Weitere Schritte

Die nächsten Schritte im Projekt: Die Lieferung der neuen Dampfturbine wird für Mitte Juli erwartet. Der Generator der neuen Turbine kommt am Anfang Juli nach Würzburg. Seit Anfang Juni wurden auch die Einzelteile des Wärmespeichers angeliefert und im Betriebshof zwischen Heizkraftwerk und ehemaligem Zollamt zusammengefügt. Es entstehen in den nächsten Wochen die Standzarge, der untere und obere Halbkugelboden und die ersten drei Ringe. Ende August werden die Komponenten mit einem Autokran eingehoben und montiert. Bis dorthin ist das Speicherfundament fertiggestellt.

Die abschließende Fertigstellung der Fassaden- und Verkleidungsarbeiten ist für Frühjahr 2021 vorgesehen. Die Investitionen für die Modernisierung des HKW belaufen sich auf 43 Millionen Euro.