Würzburg

Coronavirus Sechs neue Fälle in Stadt und Landkreis Würzburg / Weiterer Senior stirbt nach Infektion

Dritter Toter in Würzburg

Archivartikel

Würzburg.In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen über 90-jährigen Patienten aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium am Montag Abend in München unter Berufung auf das Landratsamt Würzburg mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch zwei andere Coronavirus-Todesfälle in Bayern stammten. Damit sind fünf Menschen in Bayern nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Seit Dienstag gibt es sechs neue Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Würzburg. Sie wurden vom Gesundheitsamt bestätigt.

In diesen Neufällen ermittelt das Gesundheitsamt routiniert mögliche Infektionsquellen und Kontaktpersonen. Damit sind für Stadt und Landkreis Würzburg 82 Fälle bestätigt. Dr. Johann Löw, Leiter des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Würzburg, erklärt: „Etwas mehr als die Hälfte dieser Patienten beziehen sich auf das Altenpflegeheim St. Nikolaus in Würzburg.“ Neue positiv getestete Fälle haben häufig Bezug zu den vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Risikogebieten.

So waren einige der Neuinfizierten Reiserückkehrer aus Südtirol und Tirol (Sölden).

Weitere Details zu einzelnen Fällen nennt das Gesundheitsamt nicht, zum einen wegen des Datenschutzes für die betroffenen Patienten. Zum anderen betont Dr. Löw: „Wir müssen inzwischen davon ausgehen, dass zahlreiche Personen in Stadt und Landkreis Würzburg mit dem Corona-Virus infiziert sind und keine oder sehr schwache Symptome zeigen und sich deshalb gesund fühlen. Deshalb ist es dringend geboten, Sozialkontakte so weit wie möglich zu vermeiden“, betont Löw weiter.

„Wenn dies nicht auf freiwilliger Basis gelingt, werden situationsangepasste weitere Verbote unumgänglich sein.“ Die aktuellen Verfügungen und Verbote im Rahmen des Katastrophenfalls seien unbedingt zu beachten.

Die Testkapazitäten sind beschränkt, rund 50 Tests kann das Gesundheitsamt täglich beauftragen. „Nach dem Anruf beim Bürgertelefon entscheiden Ärzte, bei wem tatsächlich eine Testung auf das Corona-Virus sinnvoll ist“, so Dr. Löw. Wer Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte, muss auf jeden Fall vorsorglich 14 Tage in häusliche Quarantäne. Auch ein negatives Testergebnis entbindet diese Kontaktpersonen nicht von dieser Verpflichtung.

Führungsgruppe aktiv

Nachdem für ganz Bayern der Katastrophenfall ausgerufen wurde, aktivieren auch Stadt und Landkreis Würzburg ihre Führungsgruppen Katastrophenschutz. Hier findet eine enge Verzahnung von Stadt und Landkreis statt, um zum Beispiel bei der Unterstützung von Rettungsdiensten oder in der Pflege gerüstet zu sein.

Landrat Eberhard Nuß und Oberbürgermeister Christian Schuchardt sind sich einig: „Wir sind sehr gut auf die Situation vorbereitet und stimmen uns eng ab, auch mit dem Uniklinikum, den weiteren Kliniken in Stadt und Landkreis, den Hilfsorganisationen und niedergelassenen Ärzten. Wir sind gut gerüstet und haben die Lage im Griff. Wir müssen aber an jeden einzelnen appellieren, die Maßnahmen, die von der bayerischen Staatsregierung im Rahmen des Katastrophenfalles auferlegt wurden, dringend einzuhalten“.

Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, betonte: „Wir sind als Uniklinikum besonders in der Verantwortung und stimmen uns eng mit den Krankenhäusern der Region ab, die auch alle sehr von der Situation belastet sind. Wir sind für die Region glaube ich gut aufgestellt, am Uniklinikum können wir im Bedarfsfall 75 Beatmungsplätze für Corona-Patienten einrichten.“

Info: Die Liste der häufig gestellten Fragen ist – wie auch weitere Informationen zum Coronavirus – auf www.landkreis-wuerzburg.de/Coronavirus einzusehen.