Würzburg

Mainfranken Theater Intendantenvertrag von Markus Trabusch wird verlängert

Das Vertrauen ausgesprochen

Archivartikel

Würzburg.In einer nichtöffentlichen Sitzung zog der Würzburger Stadtrat in der Kontroverse um eine Verlängerung des Intendantenvertrages nun einen Schlussstrich und sprach dem 58-jährigen Markus Trabusch mehrheitlich sein Vertrauen aus.

Es hatte im Frühjahr letzten Jahres so gravierende Kritik am Führungsstil des Intendanten gegeben, dass sich Kulturreferent Achim Könneke und Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt zunächst gegen eine weitere Amtszeit ab der Spielzeit 2021/22 ausgesprochen hatten (wir berichteten).

Jetzt bestimmt der in Trier geborene Opern- und Theaterregisseur weiterhin die Geschicke des Mainfranken Theaters, das die Corona-Krise, den Umbau des Hauses und den Wandel vom Stadt- zum Staatstheater zu bewältigen hat. Eine Herkules-Aufgabe, die Trabusch bisher erfolgreich stemmte, die sich aber nicht mit dem gegenwärtigen Schwebezustand verträgt, in dem die Konditionen und Kompetenzen der vertraglichen Weiterbeschäftigung im Detail noch auszuhandeln sind.

Denn bereits als das sensible Vertrauensverhältnis zwischen Intendant und Generalmusikdirektor erste Risse zeigte, hatte die Stadt Würzburg den Vertrag mit dem mehrfach für seine künstlerischen Leistungen ausgezeichneten, in Würzburg sehr geschätzten und im Orchester geachteten Generalmusikdirektor Enrico Calesso vorzeitig verlängert. Der erfolgreiche Chefdirigent ist seit 2010 am Mainfranken Theater engagiert und verfügt seit 1. September über einen neuen, bis zum 31. August 2025 laufenden Vertrag mit zusätzlichen Kompetenzen, die im künftigen Intendantenvertrag zwangsläufig ihren Niederschlag finden werden. Schließlich bekommt das Philharmonische Orchester an einem Staatstheater nicht nur personell ein größeres Gewicht.

Der Image-Schaden durch die mehrfachen Kehrtwenden der Politik in der causa Trabusch ist schon groß genug. Eingriffe in den rechtsverbindlichen Vertrag mit dem von der Stadt als „ausgezeichneter Botschafter der Musik- und Kulturstadt Würzburg“ gelobten Generalmusikdirektor hätten unabsehbare Folgen. Noch ist das Tischtuch nicht zerschnitten, ein Vertrauensverlust reparabel und haben – hoffentlich – noch nicht Anwälte das Sagen. ferö