Würzburg

Universitätsbibliothek Aktionsreihe am Samstag, 16. November, mit zahlreichen Veranstaltungen

Buchdruck wie zu Gutenbergs Zeiten

Würzburg.„Frisch gepresst – Papierherstellung und Drucken wie zu Gutenbergs Zeiten“: Zu diesem Thema findet am Samstag, 16. November, von 13 bis 18 Uhr in der Zentralbibliothek am Hubland eine Aktionsreihe statt, die den Besucher durch die Entwicklung des Buchdrucks führt.

Elf Drucker sind im 15. und 16. Jahrhundert in Würzburg bezeugt, Georg Reyser ist wohl der bekannteste unter ihnen. Fürstbischof Rudolf von Scherenberg holte ihn 1479 nach Würzburg. 30 Jahre nachdem Gutenberg den Buchdruck durch seine Erfindung des Druckens mit beweglichen Lettern revolutioniert hatte, zog in Würzburg die moderne Drucktechnik ein.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelt sich in der Domstadt eine rege Druckertätigkeit, die im 19. Jahrhundert durch die Entwicklung der Schnelldruckpressen das Buch als Massenware für breite Bevölkerungskreise erschloss. Nicht von ungefähr gründeten Friedrich Koenig und Andreas Friedrich Bauer ihre Schnellpressenfabrik in Würzburg, im ehemaligen Kloster Oberzell und legten damit den Grundstein für die heute weltweit operierende Firma Koenig & Bauer.

Um Menschen die Möglichkeit zu geben, mehr über den Buchdruck zu erfahren, hat die Julius-Maximilian-Universität in Würzburg ein umfangreiches Programm zusammengestellt, welches am 16. November verschiedene Aktionen, die den Buchdruck heute und damals behandeln, enthält. Von 13 bis 18 Uhr führt in der Eingangshalle im Erdgeschoss Johannes Follmer von der Papiermühle Homburg in die Kunst des Papierschöpfens ein. Danach gibt es die handgeschöpften Unikate zu bestaunen.

Im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss gibt es parallel die Möglichkeit, an einem Nachbau einer Gutenberg-Presse in die Rolle Gutenbergs schlüpfen und sich als Drucker betätigen. Die eigenen Druckwerke können anschließend als Andenken mit nach Hause genommen werden.

Jeweils um 13, 15 und 17 Uhr gibt es im Lesesaal Sondersammlungen im dritten Obergeschoss einige wertvolle Druckerzeugnisse der Sammlungen der Universität Würzburg, angefangen von den frühen Wiegendrucken bis hin zu industriellen Druck des 19. Jahrhunderts, zu bestaunen. Einer der ersten liturgischen Drucke des berühmten Würzburger Druckers Georg Reyser, das „Missale Herbipolense“ oder auch die Stadtansichten aus der Schedelschen Weltchronik sind sicherlich einen Blick wert.

Zu entdecken sind außerdem einige weitere besondere Drucke, die eigens für diese Führungen zusammengestellt wurden. Führungen durch das Digitalisierungszentrum im dritten Obergeschoss um 14 und 16.30 Uhr können den Besuchern einen direkten Einblick geben, wie wertvolle Drucke digitalisiert und damit einerseits geschützt und andererseits über das Internet zugänglich gemacht werden. Im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss wird um 13.15 und 15.30 Uhr gezeigt, wie das Herstellen von Büchern heute funktioniert. Bei einem Blick hinter die Kulissen des Uni-Verlags „University Press“ erfährt man, wie wissenschaftliche Bücher heutezutage entstehen.