Würzburg

Digitale Gesprächsrunde Verbesserungen im Gesundheitswesen angemahnt / Zentralisierung der Krankenhäuser Absage erteilt

„Aus der Pandemie Lehren für die Zukunft ziehen“

Odenwald-Tauber.Auch in der Politik haben sich digitale Gesprächsrunden während des Lockdowns stark etabliert. Bundestagsabgeordneter Alois Gerig (CDU) versammelte in dieser Woche erneut Fachleute am digitalen Tisch. Dieses Mal ging es um die Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung in der ländlichen Region.

Als Fachmann aus dem Bundesgesundheitsministerium nahm der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart an dem Gespräch teil, ebenso Vertreter der Krankenhäuser und betroffenen Kommunen im Main-Tauber und Neckar-Odenwald-Kreis. Landrat Dr. Achim Brötel (Mosbach) und die Sozialdezernentin Elisabeth Krug (Tauberbischofsheim) waren ebenso dabei wie die Abgeordnete Nina Warken. „Wie ein Brennglas hat die Corona-Pandemie die strukturellen Probleme der Krankenhausfinanzierung in ländlichen Regionen aufgezeigt. In den vergangenen Wochen wurde der Unmut immer lauter. Die wohnortnahe medizinische Versorgung auch mit Krankenhäusern ist ein elementarer Standortfaktor für unsere Zukunft“, eröffnete Alois Gerig die Runde.

Bereits im vergangenen April sei deshalb ein Besuch des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn im Wahlkreis geplant gewesen. Aufgrund der Corona-Krise hätte dieser jedoch verschoben werden müssen.

Der Dank der Teilnehmenden galt vor allem den Mitarbeitenden in den Krankenhäusern, die an vorderster Front und unter großen Belastungen im Einsatz sind. Gerade die kleinen Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung tragen aktuell eine enorm große Last zur Versorgung der Corona-Patienten, so Landrat Dr. Achim Brötel. Die Pandemie habe gezeigt, dass die dezentralen Krankenhausstrukturen in Deutschland ein ganz wichtiges Pfund im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist.

Auch Vorhaltung bezahlen

Umso unverständlicher sei es deshalb, dass die Politik immer noch der weiteren Zentralisierung und dem Bettenabbau das Wort rede.

Nach wie vor werde im geltenden DRG-System nur die Leistungserbringung als solche bezahlt, nicht aber auch die Vorhaltung dieser Leistung, auch im Sinne einer Notfallversorgung rund um die Uhr. Das erhöhe den wirtschaftlichen Druck auf die kleinen Häuser mehr und mehr. Deshalb müsse hier dringend gegengesteuert werden. Der Staatssekretär, der selbst aus einer ländlichen Region kommt, war sich mit den Diskutanten weitgehend einig darüber, dass weitere Verbesserungen und Korrekturen im Gesundheitswesen erfolgen müssen, damit auch in Zukunft eine gute gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen gewährleistet ist.

„Nach der Bewältigung der Pandemie ist es wichtig, die richtigen Lehren zu ziehen und Weichen zu stellen, um auch zukünftig auf Ausnahmesituationen vorbereitet zu sein und eine bedarfsgerechte Regelversorgung für alle Menschen in Deutschland zu sichern“, schloss Alois Gerig die Runde. pm