Würzburg

Landwirtschaft Weinlese nun offiziell in Franken von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eröffnet

Aromatischer Jahrgang wird erwartet

Sommerhausen.Die Weinlese 2020 in Franken ist nun offiziell eröffnet. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber schnitt am Donnerstag zusammen mit der 64. Fränkischen Weinkönigin Carolin Meyer und dem Präsidenten des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann, am „terroir f“ in Sommerhausen die ersten Silvaner Trauben.

„Wir erwarten einen aromatischen Jahrgang 2020. Allerdings wird die Erntemenge deutlich geringer ausfallen als in den letzten Jahren“, konstatiert Steinmann. Die kühlen Nächte vor der Lese seien den Weinen sehr zuträglich. „Durch die kalten Nächte und die warmen Tage haben wir nicht nur sehr gesundes und qualitativ hochwertiges Lesegut, sondern können auch frische feinfruchtige Weine mit ausgeprägtem Aroma- und Säurenspiel für den Jahrgang 2020 erwarten“, sagt Steinmann. Nach den derzeitigen Wetterprognosen wird die Weinlese in Franken, der Silvaner Heimat seit 1659, über den gesamten September hinweg andauern, wie es weiter in einem Bericht der Frankenwein-Frankenland GmbH heißt.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ist sich sicher, dass auch der Jahrgang 2020 viele erstklassige Frankenweine hervorbringen wird. Vielerorts stimme die Qualität oder sei sogar ausgesprochen gut. „Frankenweine genießen weltweit einen ausgezeichneten Ruf – und Sie setzen auch jetzt wieder alles daran, damit der Jahrgang 2020 trotz der besonderen Umstände in der Liga Ihrer sehr guten Jahrgänge mitspielen kann“, lobt Kaniber die fränkischen Winzer.

Das größte bayerische Weinanbaugebiet Franken mit seinen rund 200 Wein- und Winzerdörfern hat ein wechselhaftes Jahr hinter sich. Spätfröste während der Eisheiligen hatten zahlreiche Schäden für die über 3500 Winzer verursacht. „Der Klimawandel zeigt sich immer stärker. Die warmen Temperaturen lassen die Rebstöcke früher austreiben – eine einzige kalte Nacht mit Spätfrost genügt, um für immense Ausfälle zu sorgen, erklärt der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands.

Bewässerungsmodelle

Auch die Trockenheit machte den Winzern Frankens zu schaffen. „Wir erlebten dieses Jahr den dritten trockenen Sommer in Folge. Die Winzer mussten Tag und Nacht Wasser an ihre Rebanlagen fahren“, erklärt Steinmann und appellierte eindringlich an die Bayerische Staatsregierung, die versprochenen Mittel für die längs entwickelten intelligenten und ressourcenschonende Bewässerungsmodelle freizugeben. Damit sollen in wasserreichen Monaten Oberflächenwasser gesammelt und in trockenen Monaten durch sparsame Tröpfchenbewässerung an die Rebstöcke abgegeben werden.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, gefährden wir unsere über Jahrtausende gewachsene Kulturlandschaft und die Bewirtschaftung der Steillagen“, verdeutlicht Steinmann die Lage.