Würzburg

Ärger Bei Kickers-Empfang gegen Corona-Regeln verstoßen

Anzeige gegen den OB erstattet

Archivartikel

Würzburg.Die Aufstiegsfeier der Würzburger Kickers könnte unter anderem für Oberbürgermeister Christian Schuchardt und weitere Teilnehmer ein gerichtliches Nachspiel haben. Denn im Rahmen der Festlichkeiten und dem Eintrag ins Goldene Buch wurde auch im weiten Rathaus-Innenhof ein Gruppenfoto angefertigt, bei dem die Protagonisten keinen Mundschutz trugen und auch die Abstandsregeln nicht einhielten. Nun wurde bekannt, dass am 9. Juli von anonymer Seite aus eine Anzeige gegen den OB erstattet wurde.

Fehler eingeräumt

Das hatte wegen der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit den Corona-Regeln schon Anfang Juli für Ärger unter anderem in den sozialen Medien gesorgt. Entsprechend hatte die Stadtverwaltung diesen Fehler auch eingeräumt und bedauert.

Doch am 9. Juli wurde von anonymer Seite zudem bei der Polizei Würzburg eine Anzeige gegen den Oberbürgermeister wegen Verstoßes gegen die geltenden Infektionsschutzmaßnahmen erstattet, wie die Würzburger Polizei den Fränkischen Nachrichten bestätigte. Da die Anzeige die Stadt Würzburg betroffen habe, sei sie zur Prüfung an die Regierung von Unterfranken weitergeleitet worden. Diese werde die Unterlagen prüfen.

Noch nichts bekannt

„Vom Vorliegen einer Strafanzeige wissen wir bislang nichts auf offiziellem Wege. Dem gehen wir natürlich nach“, erklärte Georg Wagenbrenner, Pressesprecher der Stadt, auf Nachfrage der Fränkischen Nachrichten.

Dies ändere aber nichts an der Tatsache, dass „wir bereits vor zwei Wochen, am 7. Juli, unmittelbar nach dem Eintrag ins Goldene Buch und die Berichterstattung über diese Aufstiegsfeier unseren Fehler bei den Corona-Schutzmaßnahmen eingeräumt und bedauert haben. Schon damals erklärten wir, was noch heute gilt und leider nicht ungeschehen gemacht werden kann“, so Wagenbrenner.

Genaue Regularien aufgestellt

Das Rathaus habe sich nach Aufstieg des Männer-Teams gerade für eine Open-Air-Veranstaltung entschieden, um sich in Sachen Corona-Schutz gemäß den offiziellen Empfehlungen verhalten zu können. Im Rathaus-Innenhof waren nur geladene Gäste zugelassen.

Die Öffentlichkeit war (von Medienvertretern abgesehen) nicht informiert, und ein Zaun grenzte die Veranstaltung ab. Diese sei insgesamt sehr diszipliniert verlaufen. Es habe keinen Alkoholausschank und einen straffen Programmablauf von unter einer Stunde gegeben. Die Fläche sei für die Personenzahl ausreichend groß gewesen– auch für Begegnungen ohne Maske.

Abstand unterschritten

„Beim Unterschreiten von 1,5 Metern Abstand wären in der Tat stets Mund-Nasen-Bedeckungen geboten gewesen. Diese Abstände wurden aber für das Erinnerungsfoto und Gruppenbilder auch für die Medien kurzfristig für wenige Minuten unterschritten. Dies konterkariert leider die vielen Überlegungen, die im Vorfeld in Sachen Corona-Schutz gemacht wurden – bis hin zu Einmal-Kugelschreibern beim Eintragen ins Goldene Buch. Das nächste Mal wird eine solch emotionale und auch historische Stunde strikter organisiert“, erklärte der Pressesprecher.

Aus solchen Fehlern gelte es zu lernen in einer Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen des Zulässigen auch wöchentlich verändern.