Wittighausen

Jubiläum Mit einem Festwochenende vom 30. August bis 1. September wird „100 Jahre Blasmusik in Oberwittighausen“ gefeiert

Musikalische Ausbildung stets wichtig

Archivartikel

Das Jubiläum „100 Jahre Blasmusik in Oberwittighausen“ wird bei einem Festwochenende vom Freitag, 30. August, bis Sonntag, 1. September, gefeiert.

Oberwittighausen. Im Jahr 1919 wurde der Musikverein Oberwittighausen gegründet. Auch wenn sich dieser Verein nebst der Musikverein Unterwittighausen und die Musikkapelle Poppenhausen ab Januar 2014 zu den Wittighäuser Musikanten zusammengeschlossen haben, ist „100 Jahre Blasmusik in Oberwittighausen“ für alle Anlass, dieses Jubiläum mit einem großen Festwochenende vom Freitag, 30. August, bis Sonntag, 1. September zu feiern.

Los geht es am Freitag ab 20 Uhr mit „Tricia & The Rock Bastards“, die bereits auf dem Wittighäuser Weindorf für musikalische Partystimmung sorgte. Bei ihren „Classic-Rock-Nights“ vereint die Band eine geballte Ladung Live-Musik-Leidenschaft und die Musik der 70er Jahre mit dem Rock der heutigen Zeit zu einer mitreißend tanzbaren Mischung.

Der Samstag startet um 19.30 Uhr mit einem Festumzug, gefolgt von einem stimmungsvollen Abend mit der Musikkapelle Poppenhausen (Landkreis Schweinfurt). Am Sonntag stehen um 10 Uhr ein Festgottesdienst, anschließend Ansprachen und Ehrungen sowie ab 11.30 Uhr ein Frühschoppen und Mittagessen auf dem Programm, jeweils umrahmt von der Musikkapelle Vilchband. Um 13 Uhr gibt es einen erneuten Festumzug, bevor um 13.30 Uhr der Musikverein Schönfeld und ab 16.30 Uhr die Bläserjugend den Nachmittag unterhaltsam gestalten. Zum Ausklang des Festes spielt ab 19 Uhr der Musikverein „Frankonia“ Bütthard.

Gründungsmitglieder des Musikvereins Oberwittighausen waren Alois Grimmer, Leo Kemmer, Eduard Kinzinger, Valentin Lurz, Felix Mark, Albin Neckermann, Alfons Simon, Otto Simon, Alois Wiehl, Karl Wiehl und Hermann Röttinger, der von 1919 bis 1930 Vorsitzender war. Besondere Verdienste erwarben sich der damalige Vorstand der Spar- und Darlehenskasse Oberwittighausen, Bernhard Halbig, und deren Rechner, Johann Raps, die mit einem zinsfreien Darlehen in Höhe von 2.600 Reichsmark den Kauf der benötigten Musikinstrumente und damit den Aufbau des Musikvereins erst ermöglichten. Die musikalischen Grundlagen vermittelte Adam Albert, Bildhauermeister aus Allersheim, der die Kapelle auch in den folgenden Jahren betreute.

Zunächst widmete sich die junge Musikkapelle ausschließlich der Blasmusik, bevor sich im Jahr 1921 auch ein aus sechs Spielern bestehendes Streichorchester bildete, das durch seine Musik im weiten Umkreis bekannt und beliebt war. Der Zweite Weltkrieg setzte dem Vereinsleben ein Ende.

Nach dem Krieg war es besonders Anton Grimmer zu verdanken, der bis zum Jahr 1963 neben seiner Tätigkeit als Dirigent auch das Amt des Vorsitzenden ausübte, dass der Musikverein 1946 wiederbelebt wurde. Mit der Wahl 1977 von Josef Kemmer zum Vorsitzenden und von Richard Döppler zum Musikleiter setzte ein weiterer Aufschwung ein. Nach Anschaffung einer Gesangsanlage zum 60-jährigen Vereinsjubiläum 1979 war die Kapelle auch in der Lage, die musikalische Unterhaltung bei Vereinsfesten zu übernehmen, was ihr bis in die Jahre 1982/83 mit großem Erfolg gelang, bevor einige leistungstragende Akteure die Musikkapelle verließen oder ihre aktive Laufbahn beendeten, so dass das hohe Niveau nicht gehalten werden konnte.

Nach Schließung des langjährigen Vereinslokals im Gasthaus Halbig erhielt der Verein von der Gemeinde Räumlichkeiten in der ehemaligen Schule als Vereins- und Probenraum. Als man diese 1999 aufgrund eines Eigentümerwechsels verlassen musste, konnte die Zeit bis zum Einzug in das neue Dorfgemeinschaftshaus durch Überlassung des Saales im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ in Unterwittighausen durch Inhaberin Hedwig Wolfert überbrückt werden.

2007 wurde Leonhard Perlefein als neuer Dirigent der Musikkapelle engagiert und Walter Kordmann zum Vorsitzenden gewählt. Die im Jahr 2006 aus aktiven Musikern entstandene Rhythmusgruppe, die bald unter dem Namen OWI-Haus-Band bekannt wurde, entwickelte sich zum zweiten Standbein des Musikvereins. Allerdings konnte der bereits zuvor einsetzende Trend der Austritte langjähriger Musiker aus der Musikkapelle immer weniger kompensiert werden, so dass ein Funktionieren der gesamten Musikkapelle nur mehr schwer zu gewährleisten war.

Da die einzelnen Musikvereine alleine nicht mehr zukunftsfähig gewesen wären, wurde Ende November 2013 in einer Mitgliederversammlung die Umwandlung des Musikvereins Oberwittighausen gemeinsam mit den Musikkapellen Unterwittighausen und Poppenhausen in „Wittighäuser Musikanten“ beschlossen. Die Gründung dieses neuen Vereins erfolgte in einer konstituierenden Generalversammlung Anfang Februar 2014. Seither ist Walter Kordmann Vorsitzender und Thomas Landwehr Dirigent der sehr erfolgreichen Wittighäuser Musikanten.

Mit dem neuen Verein wurde speziell auch den Kindern und Jugendlichen aus den drei Ortsteilen eine Plattform geboten, da besonders deren Ausbildung weiterhin eine große Rolle spielt.