Wittighausen

Zum Erhalt der Artenvielfalt Christian Andres erläuterte eine Mahd-Methode, um wichtige Nahrungsressourcen für Insekten zu erhalten

Mosaikmahd gegen das Insektensterben

Wittighausen/Main-Tauber-Kreis.45 000 Tierarten leben in Deutschland, davon sind 33 300 und damit rund drei Viertel Insekten. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht, die Artenvielfalt geht vor allem durch den Klimawandel und der Reduzierung von Randstreifen und Hecken auf Feldern immer weiter zurück.

„Alle dieser Arten zu erhalten ist schwierig“, machte der Biologe Christian Andres vom Planungsbüro Andrena, der gemeinsam mit Jens Rögener von der Stadt Wertheim Wertheim - in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis - Umweltschutzamthauptverantwortlich für die Gewässernachbarschaft im Main-Tauber-Kreis ist, in seinem Vortrag zum Insektenschutz bei den Gewässernachbarschaftstagen am Donnerstag in Wittighausen deutlich.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Jedoch würden durch das komplette Abmähen von Wiesen schlagartig die Nahrungsressourcen der Insekten zerstört.

Das sei ein „großes Problem“ und habe Auswirkungen auf das ganze Ökosystem, da die Tiere Pflanzen und Boden mit Nahrungsstoffen versorgen, stellte Andres klar. Der Biologe nannte mit der „Mosaikmahd“ eine Möglichkeit, um dem Tiersterben entgegenzuwirken. Bei dieser Methode werde nicht die komplette Fläche von Wiesen gemäht, sondern abschnittweise hohes Gras stehengelassen. Dadurch bleibe existenzieller Lebensraum für die Insekten erhalten, führte Andres aus.

„Das Wesentliche dabei ist, dass immer ein Teil des Bestandes stehenbleibt. Möglich ist zum Beispiel, Streifen oder Inseln zu belassen. Umso mehr Rückzugsmöglichkeiten für die Insekten erhalten bleiben umso besser“, erklärte Andres.

Normale Wiesen sollten zweimal im Jahr gemäht werden, Flächen an Trockenhängen und normale Wiesen in trockenen Jahren einmal im Jahr. Röhrichte an und in Gewässern sollten nie oder höchstens alle zehn Jahre gekürzt werden, fasste der Biologe zusammen. Die beste Zeit für die Mahd sei Mitte Juni und ab Anfang September. Röhrichte sollten wenn überhaupt in der Zeit von Oktober bis Februar gemäht werden.

Positives Beispiel Umpfertal

Als Negativbeispiel führte Andres ein Wiesenstück bei Hochhausen/Impfingen an. Die 80 Hektar Fläche werde gleich mehrmals im Jahr komplett gemäht. Auch bei einem Teilstück des Bachlaufs in Oberlauda sei das der Fall. Eine gute Umsetzung der Mosaikmahd seien hingegen die Trockenhänge im Umpfertal. Andres ist sich durchaus bewusst, dass es für viele Bürger Gewohnheit sei, dass nichts stehenbleibt. Er ermutigte die Teilnehmer des Gewässernachbarschaftstags aber, die Mosaikmahd in ihren Kommunen umzusetzen. Jens Rögener will in der Stadt Wertheim alle Flächen auf den Prüfstand stellen und auch mit Hinweisschildern auf die Notwendigkeit des neuen Vorgehens bei der Mahd hinweisen.