Wittighausen

Interkommunale Aktion In Wittighausen und Kirchheim wurden jetzt zwei „Mitfahrerbänkle“ installiert

Länderübergreifendes Projekt

Archivartikel

Zwei „Mitfahrerbänkle“ stehen als interkommunale und länderübergreifende Projekte im Gemeindegebiet Wittighausen.

Wittighausen. Die eine ist in Oberwittighausen vor dem Ortsausgang in Richtung Bahnhaltepunkt Gaubüttelbrunn und Gemeinde Kirchheim, die andere in Unterwittighausen in Richtung Markt Bütthard installiert. Das Besondere an diesen beiden „Mitfahrerbänkle“ ist ihr Design – jeweils zur Hälfte einerseits in den Farben des Landes Baden-Württemberg und andererseits Frankens nebst dem fränkischen Rechenmuster.

Attraktiver Hingucker

Damit stellen die zwei Objekte nicht nur ein Sammelpunkt für Mitfahrgelegenheiten dar, sondern sind zudem ein attraktiver Hingucker am jeweiligen Straßenrand vor den Ortsausgängen. Zudem sind damit die in benachbarten Gefilden Unterfrankens bereits weit und zahlreich verbreiteten „Mitfahrerbänkle“ auch an Standorten auf badischen Gemarkungen angekommen. Ausgangspunkt beispielsweise für das Projekt in Oberwittighausen war eine gemeinsame Kooperation zwischen Wittighausens Bürgermeister Marcus Wessels und seinem Kirchheimer Amtskollegen Björn Jungbauer, dessen Idee und Anregung von Wessels sofort begeistert angenommen wurde. „Die Gestaltung sollte nicht zu flippig, aber natürlich auffallend genug sein, damit die Bänke auch wahrgenommen werden“, verdeutlichten die beiden Bürgermeister bei einer Vor-Ort-Besichtigung.

„Das Prinzip hat sich schnell herumgesprochen. Es ist aber auch einfach und schnell erklärt. Man setzt sich auf die Bank und signalisiert damit, dass man mitgenommen werden möchte. Nun wartet man, bis ein Auto hält, um eine Mitfahrgelegenheit zu schaffen“, erläuterten Wessels und Jungbauer, die außerdem darauf hinwiesen, dass Wartende zum Beispiel mit dem symbolischen „Tramper-Zeichen“ in Form eines in die erwünschte Fahrtrichtung gerichteten Daumens zusätzlich auf sich aufmerksam machen könnten.

Voraussetzung sei natürlich, dass das Ziel von Fahrer und Mitfahrer übereinstimmend passen. „Die ‚Mitfahrerbänkle’ sollen keine Konkurrenz zu den bestehenden ÖPNV-Verbindungen sein, sondern ein zusätzliches und ergänzendes Mobilitätsangebot zwischen beiden Gemeinden oder gegebenenfalls auch darüber hinaus, denn Verkehr und Mobilität machen weder an Kommunal- noch an Ländergrenzen Halt“, unterstrichen Jungbauer und Wessels. „Oft sitzt in Kraftfahrzeugen lediglich eine Person, so dass genügend Platz für einen Mitfahrer gegeben wäre sowie bei Mitnahme zudem ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geleistet werden könne“, betonten sie.

Ursprung im April 2019

Ihren Ursprung auf unterfränkischem Nachbargebiet hatten die „Mitfahrerbänkle“ Anfang April 2019 in der sogenannten „Allianz Fränkischer Süden“. Bei dieser interkommunalen Kooperationsinitiative arbeiten die 14 Städte, Märkte und Gemeinden im südlichen Landkreis Würzburg – also im „Fränkischen Süden“ – zusammen an der Fortentwicklung der gemeinsamen Region.

In diesem Rahmen wurden für den Anfang 24 „Bänkle“ bestellt, um in elf Mitgliedskommunen diese alternative Mobilitätsform im südlichen Landkreis Würzburg zu erproben. Nach der erfolgreich verlaufenden Versuchsphase belaufe sich die Anzahl laut Jungbauer inzwischen auf insgesamt 37 Mitfahrerbänke in allen 14 Kommunen. „Das Gestaltungskonzept kommt aus Giebelstadt, umgesetzt wurde es in Ochsenfurt und die Bänke stammen aus Röttingen. Das Projekt ist sozusagen 100-prozentig made in Fränkischer Süden“, bekräftigte Jungbauer.

Derzeit könne beobachtet werden, dass einige Menschen die farbige Bank in Oberwittighausen im Vorbeigehen oder -fahren noch etwas skeptisch anschauen und nachfragen, was es damit auf sich habe, berichteten Wessels und sein Kirchheimer Amtskollege. „Aber darum geht es ja, die Idee muss sich erst einmal herumsprechen. Und es wird darüber gesprochen. Uns war von Beginn an klar, dass der Erfolg dieses Angebotes von vielen Bürgern nicht ganz so optimistisch, sondern eher skeptisch gesehen wird, jedoch ebenso, dass das Projekt mit der Standortwahl steht und fällt sowie vor allem, wie die Idee kommuniziert wird. Und eine charmante Sitzgelegenheit in der jeweiligen Landes- oder Regionsfarbe ist es auf jeden Fall“.

Zusammenarbeit gewürdigt

„Mit diesem Projekt belegen wir auch im Kleinen, dass es uns immer wieder gelingt, interkommunal und länderübergreifend zusammenzuarbeiten“, resümierten die beiden Bürgermeister.

Den Abwasserzweckverband, den Radweg zwischen Oberwittighausen und Kirchheim sowie die Sanierung und der Ausbau des Bahnhaltepunktes Gaubüttelbrunn, der auf dem Gebiet der Gemeinde Wittighausen liegt, nannten Wessels und Jungbauer als erfolgte oder bestehende größere Kooperationsprojekte.