Wittighausen

Ohne Gegenstimme Gremium beschließt Vollzug des Forstwirtschaftsjahres 2018

Kugler: „Das vorgesehene Ziel haben wir nicht erreicht“

Archivartikel

Wittighausen.Einstimmig bewilligt hat der Gemeinderat Wittighausen den Vollzug des Forstwirtschaftsjahres 2018 und die Planung 2020 für den Kommunalwald.

„Wir haben das vorgesehene Ziel nicht erreicht, sondern liegen etwa 1000 Euro unter den Planungen, sind jedoch mit einem blauen Auge davongekommen“, berichtete Forstrevierleiter Peter Kugler über den Vollzug des Forstwirtschaftsjahres 2018 angesichts einer „schwarzen Null“ mit einem immerhin, noch ganz geringen Plus von fast 35 Euro. Allerdings sei man weit entfernt von den Überschüssen zwischen 1983 und 1992 in Höhe von durchschnittlich rund 21 300 Euro sowie etwa der Jahre 2012 (plus 54 800 Euro), 2016 (46 500 Euro) und 2016 (31 800 Euro).

Trocken- und Folgeschäden

Im Wesentlichen geprägt worden sei das Ergebnis von Trocken- und Folgeschäden. Aufgrund der Trockenheit sowie dem damit verbundenen Käferbefall und Absterben mancher Bäume habe viel mehr Holz als vorgesehen eingeschlagen werden müssen, so dass sich eine erhebliche Diskrepanz zwischen Planung und Vollzug ergeben habe. Anstelle 940 geplanten Festmeter habe der tatsächlich vollzogene Einschlag 1500 Festmeter betragen. Wegen des 2018 noch relativ guten Holzmarktes bei manchen Baumarten wie insbesondere bei Eichen und Douglasien sei bei der Holzernte trotz der erforderlichen Mehrausgaben insgesamt ein Überschuss von rund 49 500 Euro erzielt worden.

Andererseits sei viel Käfer- und Schadholz dabei gewesen, das die jeweiligen Aufarbeitungskosten nicht erbracht habe. Hinzu seien höhere Investitionen für die Kulturen gekommen, die mit einem Minus von mehr als 9500 Euro zu Buche schlugen.

Preise eingebrochen

Im laufenden Jahr seien die Preise auf dem Holzmarkt nahezu komplett eingebrochen. Als vorteilhaft im Gemeindewald Wittighausen habe sich der hohe Anteil an Eichen und Douglasien als Schadholz gezeigt, da bei diesen beiden Baumarten das Preisniveau zumindest einigermaßen stabil geblieben sei, während im Gegensatz Fichtenholz einen dramatischen Kursrückgang zu verzeichnen habe. Ursache dafür waren ein vor allem ein Überangebot von trockenheitsbedingtem Schad- und Käferholz sowie Sturmholz aus einigen Region auf dem gesamten Holzmarkt. Ebenfalls Sorge bereite der erhöhte Hiebanfall von Eschenholz aufgrund des krankheitsbedingten Eschentriebsterbens.

Für 2019 prognostizierte Kugler dennoch einen deutlichen Überschuss zwischen 10 000 und 20 000 Euro. Allerdings habe man den Haushaltsplan für 2020 wiederum auf eine erneute „schwarze Null“ ausgelegt, zumal aufgrund des Preisverfalls auf dem Holzmarkt der Hiebsatz nach unten korrigiert werden habe müssen. Ab Januar 2020 komme nach Schätzungen des Forstrevierleiters aufgrund der dann in Kraft tretenden Forstreform und -neuordnung eine Kostensteigerung von rund 40 Prozent für den Kommunalwald auf die Gemeinde zu. Von deutlichen Steigerungen trotz Zuschüssen seien auch viele Privatwaldbesitzer betroffen, die Dienstleistungen der Revierforstmitarbeiter in Anspruch nehmen. Beratungen seien hingegen weiterhin kostenlos.

Neben jungen Eichen- und im Frühjahr frisch gepflanzten Douglasien-Kulturen setze man zudem viel auf Naturverjüngung. Für die kleinen Eichen sei nicht nur Wildverbiss, sondern teilweise auch Lichtmangel ein ernstlicher Beeinträchtigungsfaktor, den die Revierarbeiter durch Auslichtung auszugleichen versuchen.

Wenn nicht stärkere Niederschläge erfolgen, muss zukünftig in Altholzbeständen mit noch größeren Schädigungen gerechnet werden“, teilte Kugler mit. „Der Wald wird in den nächsten Jahren ein Sorgenkind sein“, unterstrich Bürgermeister Marcus Wessels angesichts der Prognosen.

Ruhestand steht an

Für Peter Kugler, der sich zum Jahresende in den beruflichen Ruhestand verabschiedet, war der Bericht in der Gemeinderatsitzung einer seiner letzten Amtshandlungen. Er war fast 40 Jahre Forstrevierleiter in Wittighausen. Zu seinem Abschied dankte er der Gemeinde und der dem Rat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Wessels erwiderte den Dank an Kugler im Namen des Ratsgremiums und der Gemeinde Wittighausen für dessen Engagement. Zugleich stellte sich der zukünftige Revierförster dem Gremium vor.

Ab 1. Januar 2020 wird dann Christian Hofmann aus Messelhausen sowohl für das „Grünbachrevier“ Grünsfeld-Wittighausen als auch für das Revier Großrinderfeld zuständig sein. pdw