Wittighausen

Gemeinderat Verkehrssituation im Innerortsbereich von Unterwittighausen stand im Mittelpunkt der Zusammenkunft / Zebrastreifen statt Ampel in der Wittigostraße

Keine Mehrheit für Tempo-30-Zonen

Im Mittelpunkt der Sitzung des Wittighäuser Gemeinderats standen verkehrsregulierende Maßnahmen in Unterwittighausen.

Unterwittighausen. Der Gemeinderat Wittighausen konnte sich jedoch nur teilweise zu drei angebotenen verkehrsregulierenden Maßnahmen in Unterwittighausen durchringen.

In seiner März-Sitzung hatte das Gremium einhellig die Prüfung von Verkehrsregulierungsmaßnahmen in der Ortsdurchfahrt und weiteren Straßen im Ortsteil Unterwittighausen befürwortet, die von zwei Bürgerinnen der Verwaltung schriftlich vorgeschlagen wurden (wir berichteten). Daraufhin wurden die eingereichten Maßnahmen und Vorschläge im Einzelnen bei einer Verkehrsschau mit den fachlich zuständigen Landes- oder Landkreis- und Polizei-Behörden geprüft.

Zur Disposition standen schließlich die Einrichtung einer Lichtsignalanlage oder eines Zebrastreifens am Anfang der Wittigostraße sowie von Tempo-30-Zonen im Bereich des Kindergartens bis zum Kindergartenspielplatz (Am oberen Tor/ Alte Poppenhäuser Straße) als auch im Bereich der Grundschule und der Arztpraxis (Beckengässlein/ Martin-Michel-Straße).

Wittigostraße

Im Rahmen einer ersten Verkehrsschau wurde vereinbart, in der Wittigostraße im Bereich des „Tattoo-Studios“ testweise eine Lichtsignalanlage (LSA) zu errichten, um die tatsächliche Nutzung feststellen zu können. Durch die Corona-Krise und die damit im Zusammenhang stehenden Schulschließungen machte eine testweise Aufstellung jedoch keinen Sinn. Bei einem erneuten Termin wurde allerdings in Aussicht gestellt, dass die Voraussetzungen für eine Ampel an dieser Stelle ohne vorherige Durchführung einer Testphase erfüllt seien. Als Voraussetzung für einen entsprechenden Antrag müsse die Gemeinde hingegen alle Anstrengungen unternehmen, um den Schülerverkehr insbesondere vom Baugebiet „Bären“ über die LSA zu leiten. Hierzu müsste entweder die Ortsdurchfahrt erneuert werden – etwa durch Versetzen der Mauern bei zwei Anwesen und Gestaltung eines Gehweges – oder ein anderer Fußweg ausgewiesen werden, wobei erst noch Verhandlungen mit den jeweils betroffenen Grundstückseigentümern erforderlich wären. Als alternative Lösung sei auch die Errichtung eines Zebrastreifens inklusive Beleuchtung denkbar.

Nach ausführlichen Diskussionen und Abwägungen sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich bei lediglich einer Enthaltung gegen eine Ampel aus, selbst wenn für die Gemeinde gegebenenfalls keine Kosten entstanden wären, sowie zugleich für die Einrichtung einer Querungshilfe für Fußgänger in Form eines Zebrastreifens.

Kindergarten und Grundschule

Ebenfalls nach jeweils eingehendem Meinungsaustausch lehnte das Gremium die Einrichtung von Tempo-30-Zonen im Bereich des Kindergartens und dortigen Spielplatzes sowie der Grundschule und Arztpraxis ab. „Ich verstehe die Anliegen der Eltern, die Sicherheit der Kinder gewährleisten zu wollen, halte jedoch an dieser Stelle ein vorgeschriebenes Tempo 30 nicht für erforderlich und sinnvoll, zumal es sich nicht um Durchgangsstraßen handelt“, betonte Bürgermeister Marcus Wessels für den Bereich des Kindergartens. Ähnlich äußerten sich die meisten Ratsmitglieder, während jedoch einige einer anderen Auffassung waren. Allerdings wurde schließlich eine beorderte Geschwindigkeitsreduktion mit acht Nein- zu zwei Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen abgewiesen. Einhergehend erfolgte aber ein gleichsam mehrheitlicher Beschluss zur Aufstellung zweier zusätzlicher Verkehrshinweisschilder „Achtung Kinder!“ in diesem Gebiet. Bislang appelliert eine Tafel zur freiwilligen Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer.

Mit großer Mehrheit bei nur drei Enthaltungen versagte der Rat auch der Einrichtung einer Tempo-30-Zone im Beckengässlein und in der Martin-Michel-Straße im Bereich der Grundschule und der Arztpraxis die Zustimmung. Alle zwei Straßen seien sowohl sehr übersichtlich einsehbar als auch beidseitig mit gut ausgebauten Gehsteigen ausgestattet, lauteten die wesentlichen Argumente dagegen.