Wittighausen

Treffen Vier Orte des Namens Poppenhausen kommen am Sonntag, 14. Juli, in Thüringen zusammen

Freundschaft wird gepflegt

Poppenhausen.Zum 22. Mal treffen sich an diesem Wochenende die vier Dörfer gleichen Namens, diesmal im Heldburger Stadtteil Poppenhausen in Thüringen.

Die seit dem Jahre 1979 bestehende Verbindung konnte bis 1989 nur von den drei Dörfern in Franken, Hessen und Baden gepflegt werden, da das vierte unmittelbar an der Grenze der DDR im Sperrgebiet gelegene Poppenhausen unerreichbar war.

Erste Kontaktaufnahmen erfolgten über die evangelische Landeskirche. Auf Einladung des Kirchenvorstands trafen sich Abordnungen der Partnergemeinden im Pfarrzentrum der Kreisstadt Hildburghausen zu einem ersten Kennenlernen im Jahre 1988. Hier erfuhren die Gäste, dass für 1990 staatlicherseits die 650-Jahr-Feier in größerem Rahmen als Fest des überlegene Sozialismus geplant war, zu dem allerdings die Partner aus dem Westen nicht einge-laden werden konnten, da Westbürger das Grenzschutzgebiet nicht betreten durften.

Diese Planungen wurden durch die Wiedervereinigung 1989 schnell zur Makulatur. Schon am Tage nach der Maueröffnung am 11. November 1989 besuchten Bürger aus den westlichen Poppenhausen das bisher unerreichbare Dorf. Die Anreise war teilweise abenteuerlich, da es noch nicht allen Grenzschützern bekannt war, dass die Grenze offen und ihre Funktion nun überflüssig war. Die Besucher erlebten überwältigt und gerührt hautnah das Wunder der Wiedervereinigung und feierten mit den Ortsbürgern das sensationelle Ereignis. Mit tatkräftiger Hilfe aus dem Westen wurde die 650-Jahr-Feier dann umgeplant und sollte nun im Sinne der Partnerschaft gefeiert werden. Die Werner-Bräu aus Poppenhausen/Franken stellte kostenfrei ein Zweitausendmannzelt zur Verfügung und räumte auch für den Getränkeeinkauf Sonderkonditionen ein. Aus Hessen wurde von der Firma Schnoor der gesamte Bedarf an Molkereiprodukten gespendet und die Gemeinde übergab ein vollfunktionsfähiges schweres Löschfahrzeug samt Beladung. Das badische Poppenhausen steuerte einen Zentner Bohnenkaffee, 20 Frischhaltekannen und ebensoviele Torten und Kuchen zum Fest bei.

In einer Festwoche vom 8. bis 17. Juni 1990 wurde das Ortsjubiläum gebührend gefeiert. Mit Bussen und Privatautos kamen die Partnergemeinden in großer Zahl, begleitet von den Musikkapellen, Gesangschören und Brauchtumsvereinen zum Fest und erlebten denkwürdige Stunden in einem schmucken Dorf mit kaum 120 Einwohnern.

Zum fünften Mal ist am Sonntag, 14. Juli, nun Poppenhausen/Thüringen Gastgeber des Treffens, zu dem die badischen Gäste, begleitet vom Bürgermeister Marcus Wessels, seinem Gemeinderat und den Wittighäuser Musikanten anreisen.

Die Teilnehmer am Poppenhausen-Treffen erwartet im neuen Stadtteil von Heldburg ein anspruchsvolles Programm und örtliche Sehenswürdigkeiten wie die Marienkirche, das Pfarrhaus mit Mu-seum, das Backhaus, die Dorfbrauerei sowie das nach der Wende aus einem HO-Laden entstandene Gasthaus und das Gemeindezentrum, das ehemals eine Grenzerkaserne war.