Wittighausen

Wertholzsubmission Main-Tauber-Kreis Das Kreisforstamt erläuterte bei einem Rundgang in Wittighausen die Resultate

Eichenholz steht erneut ganz hoch im Kurs

Ein zumindest in der Gesamtbilanz wieder sehr positives Ergebnis wurde beim jährlich durchgeführten Taubertäler Submissionsverkauf von Stammwertholz verzeichnet.

Wittighausen. Bei einem traditionellen Rundgang im Bergwald oberhalb von Unterwittighausen informierten sich Privatwaldbesitzer und Interessenten besonders über baumartenspezifische Resultate des aktuellen Submissionsverkaufs sowie über aktuelle Tendenzen auf dem Wertholzmarkt. Zudem gab es Hinweise und Prognosen zur weiteren forstlichen Bewirtschaftung in diesem Jahr.

Erstmalige Führung

Erstmals fand die Führung unter Regie des Amtsleiters der Holzverkaufsstelle des Main-Tauber-Kreises, Uwe Renk, und des neuen Revierleiters Christian Hofmann statt. Hofmann ist seit diesem Jahr Leiter des „Grünbachreviers“ Grünsfeld-Wittighausen-Großrinderfeld und damit Nachfolger von Peter Kugler, der ebenfalls zu den Teilnehmern des Rundgangs zählte wie Wittighausens Bürgermeister Marcus Wessels. Renk ist seit Januar für den Wertholzverkauf der Submission zuständig.

Sehr erfolgreich

„Insgesamt war der Submissionstermin für die Holzverkaufsstelle des Landkreises sowie alle teilnehmenden Waldbesitzer sehr erfolgreich“, bekräftigte Renk. In der Summe habe man von den rund 2760 Festmeter (FM) Stammhölzern, die auf den Lagerplätzen im Bergwald (Wittighausen), in Kirchnersbrunn und Nassig (beide Wertheim) sowie auf dem Roggenberg (Bad Mergentheim) zum Verkauf angeboten wurden, beim aktuellen Submissionsverfahren bis auf 180 Festmeter, für die kein Gebot abgegeben worden seien, einen Gesamterlös von 1,17 Millionen Euro erwirtschaften können.

Auch wenn die Gesamtmenge des angebotenen Wertholzes (Vorjahr: 4828 Festmeter) und der Gesamterlös von rund zwei Millionen Euro in 2019 zurückgingen, seien im Vergleich mit dem letztjährigen Ergebnis die Erlöse pro Kubikmeter durchschnittlich sogar um elf Prozent gestiegen.

Der Rückgang der angebotenen Gesamtmenge als auch des Gesamterlöses seien darauf zurückzuführen, dass im Rahmen der Forststrukturreform zum Jahreswechsel die Betreuung des Staatswaldes landesweit aus den Landratsämtern ausgegliedert und in den Landesbetrieb ForstBW überführt wurden.

Insofern habe sich die erstmalige Nichtteilnahme des Staatswaldes und des Landkreises Schwäbisch Hall an der aktuellen Submission auf das Aufkommen ausgewirkt, das dadurch ausschließlich künftig nur mehr aus Kommunal- und Privatwäldern stammenden Werthölzern bestand.

Hohe Erlöse

Erneut habe bei den angebotenen Losen Eichenholz mit 2250 Festmeter (knapp 92 Prozent) den „Löwenanteil“ gebildet (Vorjahr 4189 Festmeter/87 Prozent). Einhergehend trugen die die nach wie vor hohen Erlöse für Eichenstammholz wesentlich zu dem positiven Gesamtresultat bei.

Der durchschnittliche Preis lag bei dieser Baumart bei 500 (452) Euro pro Festmeter und damit um elf Prozent über dem Vorjahresniveau bei gleichen Stärke- und Güteverteilungen. Allerdings seien im Gegensatz zu den vergangenen Jahren fast ausschließlich nur noch für qualitativ hochwertige Ware Angebote abgegeben worden.

Keinen Zuspruch gefunden

Dies habe die derzeitige Marktlage bei der Eiche repräsentativ widergespiegelt. Denn während vor allem für Furnierstämme, Fassholz, Schneideholz und Erdstammparkett die Gebote noch höher als in den Vorjahren gewesen seien, hätten hartrote und dürre Eichen sowie schwarzastige Sortimente bei den Käufern keinen Zuspruch gefunden. Ebenso keine oder nur verminderte Nachfrage sei bei käferbefallenen Stämmen festzustellen gewesen. Christian Hofmann verdeutlichte den wertmindernden Befall durch Eichenkernkäfer und Eichenprachtkäfer an deren Fraßspuren exemplarisch bei einigen Stämmen.

Auf die übrigen Laubholzbaumarten wie Bergahorn, Roteiche, Elsbeere, Kirsche und Esche entfielen insgesamt vier Prozent. Bei den Buntlaubhölzern setzte sich ebenfalls der Einkaufstrend der Vorjahre hin zu qualitativ hochwertiger Ware fort. Insgesamt wurden 16 Kubikmeter Kirschen und 66 Kubikmeter Eschen zu annähernd vergleichbaren Preisen wie bei der vorangegangenen Saison zugeschlagen. Diese betrugen bei der Kirsche im Durchschnitt circa 80 Euro und bei Eschenholz 70 bis 160 Euro.

„Wichtig ist, dass die Esche noch weitgehend gesund und der Stamm nicht von Nekrosen befallen ist“, betonte Hofmann in Hinblick auf Schädigungen durch Eschentriebsterben, das auf Pilzbefall zurückzuführen ist.

Knapp 91 Festmeter

Die Angebotsmenge der abermals zentral auf dem Bad Mergentheimer Roggenberg offerierten Nadelwerthölzer verminderte sich auf die Hälfte, Lärchen- und Douglasienholz erreichten zusammen ungefähr 91 Festmeter, was vier Prozent des gesamten Wertholzangebotes entsprach. Erfreulicherweise konnten die Verkaufserlöse gesteigert werden. So lagen die Preise zum Beispiel Douglasie mit einem Durchschnittserlös von 216 Euro pro Festmeter elf Prozent und bei Lärche mit durchschnittlich 280 Euro um zwölf Prozent höher als 2019.

Auf hohe Qualität achten

„Im nächsten Jahr sollten Privatwaldbesitzer ganz besonders auf hohe Qualität wie etwa bei Eichen-, Ahorn- und Kieferhölzern achten“, lautete ein Ratschlag von Christian Hofmann.

Mindere Qualitäten wie zum Beispiel Gipfelstücke von Eichenstämmen oder Eichenholz mit Käferbefall sollten nicht zur Submission gebracht, sondern könnten allenfalls womöglich im Freihandverkauf veräußert werden.

Regelmäßige Kontrolle und ein gegebenenfalls zeitnaher Einschlag sind nicht nur bei Eschen, sondern gleichsam bei absterbenden Buchen sehr wichtig, und zwar auch zur Verminderung von Unfallgefahren beim Fällen – so ein weiterer Hinweis des Revierförsters.