Wittighausen

Sanierung Bahntunnel Frank Fries, Arbeitsgebietsleiter der Bahn, würdigte speziell die Bürger

Dickes Lob für Zusammenarbeit

Archivartikel

Unterwittighausen.„Bereits seit 153 Jahren gibt es an dieser Stelle einen Eisenbahntunnel. Ob es dort im Jahr 1866 schon eine Einweihungsfeier gegeben hat, konnte ich mangels greifbarer Augenzeugen leider nicht in Erfahrung bringen“, äußerte bei einem Festakt am späten Samstag Frank Fries, Arbeitsgebietsleiter Planung und Steuerung der DB Netz AG – Produktionsdurchführung Würzburg, im Rahmen der Einweihungsfeier des erneuerten und erweiterten Bahntunnels in Unterwittighausen.

Trotz aller Instandhaltungsmaßnahmen habe das Bauwerk nach über 150 Jahren das Ende seiner technischen und wirtschaftlichen Nutzungsfähigkeit erreicht, erinnerte Fries an die Gründe der Erneuerung des Tunnels in Unterwittighausen auf der Bahnstrecke Würzburg – Lauda – Heilbronn.

Beeindruckende Zahlen

Zum zweiten habe die alte Tunnelröhre in ihren Dimensionen nicht mehr dem aktuellen Regelwerk entsprochen und bereits seit Jahren zu Beeinträchtigungen in der Betriebsabwicklung auf dieser Strecke geführt. Zudem sei der Tunnel in seinem bisherigen Zustand ein Nadelöhr für die geplanten Verbesserungen im Nahverkehr gewesen

Seit Beginn der Projektarbeiten am 7. Januar seien in den rund acht Monaten Bauzeit 12 580 Kubikmeter Ausbruchmaterial aus dem Berg geholt, 7000 Kubikmeter Beton verbaut, auf 5000 Tonnen Schotter 2300 neue Schwellen und 1436 Meter neue Gleise sowie mehrere Oberleitungsmasten erneuert worden. Nachdem der Tunnel und die Bahnstrecke mit Schulbeginn am 11. September in Betrieb genommen wurden, stehen bis Ende des Jahres noch letzte Restarbeiten, der Rückbau der Baustelle und die Anlage oder Fertigstellung von Ausgleichsflächen für die Eingriffe in die Natur an.

„Sehr kurze Bauzeit“

Auch wenn wir leider knapp vier Wochen länger als ursprünglich geplant für die Tunnelbauarbeiten gebraucht haben, ist hier viel Neues in sehr, sehr kurzer Zeit entstanden“, resümierte Fries.

Aber nicht nur die Bauzeit sei rekordverdächtig kurz gewesen, sondern auch der Planungs- und Genehmigungsprozess habe es zeitlich in sich gehabt, betonte der Arbeitsgebietsleiter. Denn selbst bei einer Tunnellänge von „nur“ 138 Metern habe es der gleichen Machbarkeitsstudien Voruntersuchungen, Planungen und Genehmigungen wie bei einem großen Tunnelprojekt bedurft.

Intervention abgewehrt

„Es war großartig, wie wir hier bei und von Ihnen aufgenommen wurden sowie wie Sie das Projekt begleitet haben“ betonte Fries mit einem speziellen Dank an die Anwohner und Bürger in Unterwittighausen. „Immer positiv und konstruktiv, auch mal mit kritischen Fragen und deutlichen Ansagen, jedoch stets freundlich und fair im Umgang“.

Zugleich würdigte er Bürgermeister Wessels für die Unterstützung in der Planungs- und Bauphase. „Wenn die Zusammenarbeit mit der Politik und der öffentlichen Verwaltung immer so einfach wäre, wie wir es hier erlebt haben, könnten wir sicherlich gemeinsam mehr für die Bürger erreichen“, zeigte sich Fries überzeugt. Darüber hinaus erinnerte er, dass im Schulterschluss mit den betroffenen Bürgermeistern und Landrat Frank eine Intervention der Stadt Heilbronn abgewehrt werden habe können, wegen der Buga 2019 die Tunnelbaumaßnahme zeitlich zu verschieben und erst später durchzuführen. Äußerst bedauerlich seien hingegen die beiden schweren Unfälle im Juni gewesen, wobei bei einem davon ein 61-jähriger Lkw-Fahrer sogar tödlich verletzt wurde. „Geld und Zeit ist nicht alles, Leben und Gesundheit lassen sich nicht wiederbringen“, unterstrich Fries im Gedenken. pdw