Wertheim

Badische Landesbühne Daniel Kehlmanns Weltbestseller „Die Vermessung der Welt“ am Dienstag, 26. November, in der Aula Alte Steige

Zwischen Größe und Lächerlichkeit

Die Badische Landesbühne zeigt als nächste Produktion in Wertheim Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ in einer Inszenierung von Arne Retzlaff.

Wertheim. Der Naturforscher Alexander von Humboldt und der Mathematiker Carl Friedrich Gauß sind zwei der bedeutendsten deutschen Gelehrten im beginnenden 19. Jahrhundert. Zwei Wissenschaftler, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten; und doch vereinte sie ein Leben lang ein und dasselbe Ziel: die Vermessung der Welt.

Humboldt und Gauß

Während sich der Empiriker Alexander von Humboldt zusammen mit Aimé Bonpland durch Urwald und Steppe kämpfte, den Orinoko befuhr, in Erdlöcher kroch, die höchsten Berge bestieg und unzählige Selbstversuche machte, bewies der Analytiker Gauß die Krümmung des Raumes von seinem Schreibtisch aus.

1828 lädt Humboldt den Mathematiker zum Naturforscherkongress nach Berlin ein. Gauß, ein mürrischer Eigenbrötler und Misanthrop, hat jedoch keine große Lust, seine Heimatstadt zu verlassen. Weil Humboldt aber hartnäckig bleibt, steigt er schließlich doch, wenn auch höchst widerwillig, in die Kutsche. Begleitet wird er von seinem Sohn Eugen, den Gauß für einen völlig beschränkten Nichtsnutz hält.

Und so kommt es, dass sich die beiden mittlerweile gealterten Geistesgrößen zum ersten Mal begegnen.

Hintergründiger Humor

Während sie darüber debattieren, wer von beiden seinem Lebensziel näher gekommen sei und was wahre Wissenschaft ausmache, verteilt Eugen Flugblätter in der großen Stadt. Er träumt von einem freien Deutschland und wird prompt verhaftet.

Mit hintergründigem Humor zeichnet Kehlmann in „Die Vermessung der Welt“ das Bild zweier bedeutender Männer mitsamt ihren Sehnsüchten und Schwächen – und schildert phantasievoll ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Die Badische Landesbühne zeigt den philosophischen Abenteuerroman und Weltbestseller anlässlich des 250. Geburtstags des herausragenden Universalgenies Alexander von Humboldt (1769-1859).

Über den Autor

Daniel Kehlmann wurde 1975 in München geboren. An der Universität Wien studierte er Philosophie und Germanistik.

1997 erschien mit „Beerholms Vorstellung“ sein erster Roman. Kehlmann schreibt Essays und Rezensionen für verschiedene Magazine und Zeitungen und hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden und Göttingen inne. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgzeichnet, erhielt beispielsweise den Kleist-Preis und den Thomas-Mann-Preis. 2018 wurden ihm der Friedrich-Hölderlin-Preis und der Frank-Schirrmacher-Preis verliehen. Mit „Die Vermessung der Welt“ hat er einen der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit vorgelegt.

Auf der Bühne stehen werden: Elena Weber, Sina Weiß; Martin Behlert, Hannes Höchsmann, Stefan Holm und David Meyer. Die Inszenierung übernahm Arne Retzlaff, die Ausstattung Ella Späte. Das Puppenspiel kommt von Detlef Heinichen.

Eine Einführung in die Produktion gibt es vor der Vorstellung ab 19 Uhr.

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