Wertheim

Luthereichen-Fest Das traditionelle Fest ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums

Wirken Luthers stand im Mittelpunkt

Im Rahmen des Reformationsjubiläums feierten die Höhefelder ein besonderes "Luthereichen-Fest", wobei das Wirken des Reformators Martin Luther im Zentrum stand.

Höhefeld. Verantwortlich für die Namensgebung der Feierlichkeit, die am Samstag und Sonntag stattfand, sind die zwei Luthereichen im Dorf. Die ältere der beiden steht in der Straße "Zur Luthereiche" und wurde 1883 zum 400. Geburtstag von Martin Luther gepflanzt.

100 Jahre später kam eine weitere Gedenkeiche am Spielplatz dazu. Bei deren Pflanzung hatte man im Loch eine Flasche mit vegraben, sie enthält eine Urkunde mit den Unterschriften aller Anwesenden.

Neben diesen dauerhaften Erinnerungen an den Reformator wollte man diesem nun auch ein Fest widmen.

Es begann am Freitag mit einer Reformationsnacht, die Pfarrerin Heike Dinse leitete. In ihr ging es hauptsächlich um die "Lutherrose", das Familienwappen, das sich der spätere Reformator selbst gegeben hatte. Sie symbolisiert die Aussage: "Alleine durch den Glauben erreicht man ewige Freude heute und im Himmel." Mitgestaltet wurde die Andacht vom Gesangverein Frohsinn Höhefeld (Leitung Mirjam Heigl).

Am Abend sorgte der Höhefelder Hobbymusiker Theo Schmeller für Unterhaltung und es wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. "Es war gut besucht und eine tolle Stimmung mit guten Gesprächen", stellten die Verantwortlichen der Dorfgemeinschaft als Veranstalter fest.

Der Sonntag begann mit der Aufführung von "Luther und sein Leben" von Uwe Klausner im voll besetzten evangelischen Gemeindehaus. Dafür hatte man die Theatergruppe Niklashausen (Leitung Gerold Künzig) gewonnen. Zu den Mitwirkenden zählten bei diesem Auftritt auch zwei Erwachsene und vier Kinder als Gastschauspieler aus Höhefeld.

Das Stück warf einen Blick auf den Alltag des Menschen Luthers. Auch wenn nicht alle Szenen historisch verbürgt sind, die Zuschauer waren begeistert und hatten viel zu lachen. Musikalisch begleitet wurde die Aufführung vom Flötenkreis Höhefeld (Leitung Christine Englert).

Angeführt vom Fanfarenzug "Fränkische Herolde" (Dirigent Michael Hemrich) ging es im Festzug zum Gemeindehaus. Passend zum Fest wurde dort unter anderem ein historisch geprägtes Mittagsessen geboten.

Am Nachmittag folgte ein Vortrag der beiden evangelischen Theologen Esther und Siegbert Thoma, die extra aus Breisach am Rhein bei Freiburg gekommen waren.

Siegbert Thoma wuchs in Höhefeld auf und ist dem Dorf noch heute stark verbunden. Unterstützt von einer digitalen Präsentation beleuchteten die beiden verschiedenste Aspekte der Reformation und ihrer Auswirkungen. So gaben sie einen Abriss der Vorbedingungen und Gründe, die zu dieser führten. Sie stellten aber auch die Auswirkungen auf die heutige Zeit dar. Dazu gehören zum Beispiel das unterschiedliche Abendmahlverständnis von katholischer und evangelischer Kirche, die unterschiedlichen Strukturen der Kirchen der beiden Konfessionen und die Auswirkungen auf das Schulwesen.

Weiter gingen die beiden Referenten auf die Bauernkriege in der Region ein.

Beleuchtet wurde weiterhin die theologische Aussage Luthers. Sein Schwerpunkt sei die Freiheit des Menschen vor und durch Gott gewesen, führten die beiden Referenten aus.

Für die Kinder gab es eine Spielstraße. Beim konzentrierten Durchfahren des "heißen Drahts" oder dem Zielen mit der Mohrenkopfwurfmaschine, sowie weiteren Spielen hatte der Nachwuchs viel Spaß. bdg