Wertheim

Konzert Irish Folk Band „Solid Ground“ begeisterte im Convenartis /Poetische Texte des irischen Literaturnobelpreisträgers William Butler Yeats luden zum Träumen ein

Wie ein Abend in einem irischen Pub

Die Irish Folk Band „Solid Ground“ aus Kist hat inzwischen auch in Wertheim ihre Anhänger. Und die erlebten am Samstag ein besonders gelungenes Konzert.

Wertheim . Das Plakat zeigt ein Tor, hinter dem sich die grüne Landschaft Irlands erstreckt. Sich dahin zu träumen, dazu lud die siebenköpfige Irish Folk Band „Solid Ground“ rund um die aus Kist stammende Sängerin Simone Papke am Samstag die Zuschauer im voll besetzten Convenartis- Gewölbekeller ein. Bereits zum vierten Mal gastierte die Gruppe im Kleinkunstverein, was die wachsende Fangemeinde natürlich freute.

„Fasching ist nichts für uns, oder?“ Mit dieser Frage spielte die Bandleaderin auf die überall gleichzeitig stattfindenden Prunksitzungen an. Doch der Spaß und die gute Laune konnten mit jeder Faschingsveranstaltung mithalten.

Schnelle, rhythmische und langsame, melodische Stücke wechselten sich im Programm ab. Dabei kamen unzählige Instrumente zum Einsatz. Christl West aus Gemünden begeisterte an Flöten, Akkordeon und Dudelsack gleichermaßen. Norbert Papke sorgte am Schlagzeug für den richtigen Rhythmus.

Komplettiert wurde das Ensemble durch Michael Hilbel am Bass, Carlo Hilsdorf an der Gitarre und den beiden jungen Talenten Palina Semianiuk (Geige) und Phillip Cramer (Klavier).

Einfach Spaß

Die Musiker beherrschen ihre Instrumente und das Zusammenspiel vortrefflich. Aber was noch wichtiger war: Sie hatten einfach Spaß an dem, was sie tun. Wer schon mal in Irland war, kennt die Abende im Pub, an denen einfach ganz unterschiedliche Menschen loslegen und miteinander musizieren. Diese Stimmung herrschte auf der Bühne.

Und das übertrug sich aufs Publikum. Auch wenn Tanzen durch den voll bestuhlten Raum schwierig war, blieb keiner ruhig sitzen. Klatschen, mit dem Kopf wippen, die Füße bewegen, alles war erlaubt. Und am Ende stand einfach der ganze Saal von den Stühlen auf und tanzte am Platz.

Die Musiker präsentierten Volkslieder wie „Down by the Sally Gardens“ oder „Dance“, in dem es um eine kleine Elfe geht und bei dem alle mitsangen – und dabei einen „elfengleichen Blick“ aufsetzen sollten. Außerdem präsentierten sie eigene Gedichtvertonungen.

Ihr Lieblingsdichter ist dabei der erste irische Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats. Dessen poetische Texte von Natur, Liebe und Sehnsucht unterlegten die Musiker mit passenden Melodien, die zu Träumen einladen.

Der Dichter habe es ihnen so angetan, dass sie gerade eine musikalische Lesung rund um dessen Werk aufbauen, erzählt Papke.

Die Band feiert im kommenden Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum. In dieser Zeit haben insgesamt etwa vierzig Musiker bei den Konzerten mitgewirkt.

Es werde ein Jubiläumskonzert mit allen geben, die jemals dabei waren, verrät Papke am Rande der Veranstaltung. Mit ihrem Gründungsjahr 2001 haben sie übrigens etwas mit den Veranstaltern gemeinsam: Denn auch Convenartis wird im kommenden Jahr seinen 20. Geburtstag feiern.

Der Moderatorin gelang es, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen und die Anwesenden mitzureißen, bis sie am Ende beim Titellied der neuen CD „Summer in Spring“ „Ekstase pur“ ausmachte. Ob fröhlich beschwingt oder melancholisch vom nächsten Urlaub und grünen Wiesen träumend – auf jeden Fall mit guten Gefühlen verließen die Zuschauer nach einem einprägsamen Konzertabend den Gewölbekeller.

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