Wertheim

Vortrag Künstlerkonflikt auf Messers Schneide zwischen Anton von Werner und Eugen Bracht

„Wie aus zwei Freunden Gegner wurden“

Archivartikel

Hofgarten.„Wie aus zwei Freunden Gegner wurden“, so könnte man den einstündigen Vortrag von Dr. Benno K. Lehmann am Sonntag, 3. November, um 11.15 Uhr im Hofgartenschlösschen titulieren.

Der 1843 in Frankfurt (Oder) geborene Maler Anton von Werner schloss sein Studium an der Karlsruher Kunstakademie ab. Seine Porträts erregten die Aufmerksamkeit des Kaisers, des Kronprinzen, Moltkes und auch Bismarcks, welcher geäußert haben soll: „Wenn Werner nicht Künstler wäre, hätte er großen Erfolg im Außenministerium“.

Einflussreicher Maler

Werner ließ sich in Berlin nieder und wurde einer der einflussreichsten Maler unter dem Kaiser, dessen Protektion er genoss. Berühmt wegen seiner offenen Angriffe auf die moderne Kunst und der „ebenso ungeschminkten Kritik an den Studenten selbst“, hatten seine Gemälde Staatsereignisse und Hoffeierlichkeiten zum Bildgegenstand. Als enger Freund Anton von Werners, wurde Eugen Bracht von ihm gefördert.

Es kam zum Bruch

Als Werner 1892 eine Ausstellung mit Gemälden von Edvard Munch in Berlin schließen ließ, kam es zum Bruch. Wie Liebermann und Skarbina (beide mit Werken im Schlösschen vertreten), so unterschrieb auch Bracht einen Aufruf, der die „Schließung der Ausstellung als eine dem üblichen Anstand zuwiderlaufende Maßnahme“ deklarierte. Zudem wurde das Verhältnis beider Maler durch Brachts künstlerisches Verständnis und Hinwendung zum Impressionismus immer problematischer. Das Zerwürfnis gipfelte, als Bracht eine Professur nicht erhielt.

Referent, Dr. Benno K. Lehmann, wird in seinem Vortrag den Konflikt vorstellen – gewissermaßen einen politischen Kunstkrimi.

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