Wertheim

VHS-Kino „Leid und Herrlichkeit“ heute um 18.30 Uhr und Mittwoch, 2. Oktober, um 20.30 Uhr im Roxy

Werk mit biografischem Bezug

Archivartikel

Wertheim.Die Vhs präsentiert ein autobiografisch geprägtes Drama von Pedro Almodovar über einen gealternden Regisseur, der berufliche Entscheidungen, die Liebe und seine Kindheit aufarbeitet.

Salvador Mallos (Antonio Banderas) größter Erfolg liegt bereits 30 Jahre zurück. Anlässlich einer Jubiläumsaufführung beschließt er, mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. So nimmt er Kontakt zu seinem einstigen Hauptdarsteller Alberto auf, dessen Darbietung er nicht zu schätzen wusste. Heute besetzt Alberto nur noch kleine Theaterrollen und ist drogenabhängig. Ein Problem, mit dem auch Mallo oft in Kontakt kam: sei es seine eigene Kokainsucht, die einiges zu seinem derzeitigen Gesundheitszustand beigetragen hat, als auch die Heroinsucht seiner großen Liebe Federico, von dem er überraschend einen Anruf erhält. Außerdem schwelgt er in Erinnerungen an seine Kindheit, an das Leben mit seiner Mutter (Penélope Cruz) und seinen ersten Kontakt mit dem Kino.

Auch wenn der Film viele Querverweise zu Pedro Almodovars eigener Biografie zieht, ist der Film nicht als autobiografisches Werk im klassischen Sinn zu verstehen. Im Gegensatz zur Figur des Salvador Mallo steckt Almodovar keineswegs in einer Krise, ganz im Gegenteil: Auch mit 70 Jahren hat der spanische Regisseur immer noch einen beachtlichen kreativen Output.

Besonders hervorzuheben ist die schauspielerische Leistung von Antonio Banderas, der seit über 30 Jahren eine enge Freundschaft zu Almodovar pflegt. Der spanische Schauspieler, in Hollywood oftmals als „Latin Lover“ oder lateinamerikanischer Actionheld verklärt, nimmt sich mit zunehmenden Alter verstärkt ernsten Rollen an und brilliert als von Zweifeln geplagter Regisseur. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2019 wurde er für seine Leistung als Bester Darsteller ausgezeichnet. sc

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