Wertheim

Volksbrauch Kärwe in Höhefeld mit Umzug und „Goikertanz“ / Prediger Cedric Scharnhofer nimmt Ortsgeschehen unter die Lupe

Wenn dem Bulldog der Sprit fehlt

Archivartikel

Höhefeld.Laut tönte es durch den Ort in Höhefeld am vergangenen Sonntag. „Kärwe“ wurde beim Festzug durch den Ort mit lauten Männerstimmen gerufen. Damit war auch dem Letzten klar, es ist wieder Kirchweihzeit. Vorne weg: der Fanfarenzug Fränkische Herolde Höhefeld. Es folgten die Kärweboarschen Cedric Scharnbacher, Hannes Thoma und Philipp Thoma, die Feuerwehrführung, Ortsvorsteher und die Bürger.

Der Umzug ist ein traditioneller Teil der jährlichen Kirchweih im Ort und wird seit vielen Jahren gepflegt. Da machte es auch nichts, dass die Ringstraße derzeit saniert wird. Man musste nur aufpassen, dass man nicht in die vielen Löcher trat, aber die waren zum Glück alle kenntlich gemacht. Und so bewegte sich der Zug durch die Gemeinde an der Kirche vorbei wieder zum Bürgerhaus, wo Prediger Cedric Scharnhofer in Mundart das letzte Jahr im Ort Revue passieren ließ.

Viel zu berichten

Viel hatte er zu berichten, angefangen beim letztjährigen Kärwe Spektakel, das vom Musikverein einfach auf einen Tag eingedampft wurde. Dies sei in diesem Jahr anders. Die Feuerwehr ist zur alten Tradition zurückgekehrt, stellte er fest. Und auch beim Weihnachtsmarkt wurde die Tradition über den Haufen geworfen. Daran war allerdings das Wetter schuld. Bei Nässe macht auch der Glühweinverzehr keine Freude. Doch obwohl man nur einen Tag feierte, war die Stimmung ausgezeichnet.

Ansonsten gab es viele Bulldoggeschichten. Vom Versagen der Zugmaschine beim Abholen von Steinen für die Sanierung des Sportplatzes bis hin zu Spritmangel bei einem Fahranfänger war alles dabei. „Wir Höhefelder tun Gott für vieles danken, nur nicht für Fahrer aus Unterfranken“, spielte Scharnbacher auf die Erlebnisse mit dem liegen gebliebenen Traktor eines Neubürgers an.

Namen wurden bei seinem Vortrag nicht erwähnt und doch wusste jeder Einwohner, wer gemeint war. Erstaunlich viele Baustellen gab es im vergangenen Jahr, angefangen beim Neubaugebiet und aufhörend bei den vielen Straßensanierungen. Man kann nur hoffen, dass die Straßen jetzt wieder für die nächsten Jahre in Ruhe liegen können und es der Stadtverwaltung nicht einfällt, noch weitere Leerrohre in die frisch geteerte Straße zu legen. Auch der europäische Kulturwanderweg und die Renovierung des Friedhofes bekamen ihr Fett weg und sorgten so für Heiterkeit bei den Zuhörern. Die sparten nicht mit Beifall für den gelungenen Vortrag.

Anschließend traf man sich im Bürgerhaus zum Goikertanz und gemütlichem Beisammensein und die Kärweburschen verkauften die Kärwezeitung, damit sich Jeder noch lange an das Gesagte des Predigers erinnern kann.

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