Wertheim

45. Frauenfrühstück des Mutterhauses Erstmals im evangelischen Gemeindehaus im Hofgarten

„Was macht mich liebenswert?“

Hofgarten.Erstmals fand das Frauenfrühstück des Mutterhauses im evangelischen Gemeindehaus im Hofgarten statt. Über 60 Frauen trafen sich zu Austausch, Vortrag und Gespräch. Pfarrerin Dr. Verena Mätzke referierte über die Frage „Was macht mich liebenswert?“

Ohne Liebe können Menschen nicht leben. Das beweist ein grausames Experiment, dass Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen im 13. Jahrhundert durchführen ließ, erzählte die Pfarrerin. Der Kaiser untersagte es Ammen, mit den ihnen anvertrauten Säuglingen zu sprechen oder liebevoll auf sie einzugehen. Die Säuglinge starben. Erwachsene sterben nicht bei Liebesentzug und doch bleibt die Frage „Was macht mich liebenswert?“ zentral.

Liebe in all ihren Ausprägungen, auch als Respekt, Anerkennung, Zuwendung, ist das Elexier des Menschen. Nicht selten reagieren Menschen mit Schwermut oder Depression auf schwindende Kräfte im Alter, wenn sie meinen, nicht mehr „nützlich“ zu sein. Für viele ist der eigene Wert an Leistung gekoppelt.

An verschiedenen Beispielen zeigte die Pfarrerin, dass durch die Medien ein unrealistisches Bild als „Idealbild“ auch im Alter vermittelt wird, an dem Menschen sich bewusst oder unbewusst messen. Das könne unzufrieden machen.

Im zweiten Teil ihres Referats ging Verena Mätzke auf die biblische Antwort auf die Frage „Was macht mich liebenswert?“ ein. Gleich zu Beginn der Bibel wird diese Antwort genannt. Nach dem biblischen Bild vom Menschen, ist er Gottes „Ebenbild“. Das bedeutet nicht, dass der Mensch eine göttliche Kostbarkeit in sich trägt, die ihn unendlich liebenswert macht. Liebe wird in Beziehung erfahren. Die „Gottebenbildlichkeit“ des Menschen wird erfahren im Gebet, im Gottesdienst, im eigenen Glauben und in Gesprächen mit Gleichgesinnten. Sie ist unabhängig von Leistung oder Gesundheit. Sie ist jedem Menschen mitgegeben und kann als Grundvertrauen erlebt werden, geliebt zu sein. So lassen sich menschliche Beziehungen eingehen und Liebe erfahren, ohne den eigenen Wert immer wieder von den Reaktionen anderer und der eigenen Leistung abhängig zu machen.

Dass das Thema wirklich eine zentrale Frage des menschlichen Lebens berührt, zeigte sich an der lebendigen Diskussion. Es wurde der Wunsch laut, die Tradition des Mutterhaus-Frauenfrühstücks am neuen Ort nicht abbrechen zu lassen.

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