Wertheim

Öffentlicher Dienst Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Warnstreiks in Wertheim und Kreisstadt

Archivartikel

Wertheim/Tauberbischofsheim.Mitarbeiter der Stadtverwaltungen Wertheim und Tauberbischofsheim sowie des Krankenhauses der Kreisstadt streiken an diesem Dienstag. „Wir gehen von 150 Teilnehmern aus“, erklärt Katharina Kaupp, ver.di-Bezirksgeschäftsführerin, im Gespräch mit den FN.

Nach einer Aufstellung um 9 Uhr auf dem Messeplatz in Wertheim führt ein Demonstrationszug der Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes vorbei am Rathaus zum Kundgebungsort Mainvorplatz. Der Warnstreik, so Kaupp, ist deshalb nötig, weil die Arbeitgeberseite in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen „noch nicht einmal ein Angebot vorgelegt hat“. Sie nennt dieses Verhalten: „eine reine Provokation“.

„Es kann nicht sein, dass die Kolleginnen und Kollegen, die das Land durch die Krise führen, am Ende noch den wirtschaftlichen Schaden davontragen“, so die Bezirksgeschäftsführerin weiter. Von vielen Seiten hagelt es Kritik, wie der Öffentliche Dienst ausgerechnet während der Pandemie streiken könne. Selbst Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) drückte sein Unverständnis in einem SWR-Interview aus. Der Arbeitgeberseite, so Katharina Kaupp, sei ver.di mit dem Vorschlag eines „Kurzläufer Vertrages“ entgegengekommen.

Konkret sei es dabei um einen Übergangstarifvertrag gegangen, der zwischen dem auslaufenden und dem folgenden wirksam wäre. Das Angebot beinhaltete jedoch die Forderung, einen Einmalbetrag von 1500 Euro über den Zeitraum von einem halben Jahr an die Arbeitgeber auszuzahlen. Die Verhandlungspartner lehnten ohne Gegenvorschlag ab. „Deshalb wollen wir nun verstärkt auch in den verschiedenen Regionen – fernab der Ballungszentren – streiken“, erklärt die Bezirksgeschäftsführerin. „Dabei achten wir natürlich auf den Mindestabstand und tragen auch Masken, obwohl wir im freien Raum unterwegs sind. Und Desinfektionsmittel haben wir auch genügend dabei.“

Allgemein besteht die Forderung nach 4,8 Prozent mehr Gehalt (aber mindestens 150 Euro). Für Auszubildende soll es 100 Euro mehr im Monat geben.

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