Wertheim

Halloween Ordnungsamt und Polizei blicken entspannt auf das Gruselfest

Wann hört der Spaß auf?

Wertheim.„Süßes oder Saures“, hallt es an Halloween wieder überall durch die Straßen, wenn kleine Gespenster und Vampire von Haustür zu Haustür ziehen. Wer knauserig ist bei der Ausgabe von Süßigkeiten, muss mit Streichen rechnen. Beliebt sind Konfetti im Briefkasten oder Zahnpasta auf der Türklinke. Doch wo hört der Spaß auf?

Volker Mohr, Leiter des Wertheimer Ordnungsamts, blickt dem Gruselfest entspannt entgegen: „Wir nehmen keine Habachtstellung ein.“ Halloween sei aus Sicht des Ordnungsamts ein eher unauffälliges Fest. „Die meisten machen ja mit und geben Süßigkeiten aus. Und selbst wenn nicht, gehen die jungen Leute im Normalfall gesittet zum nächsten Haus.“

Sachbeschädigung

Der Spaß höre dann auf, wenn es sich beim angekündigten „Sauren“ um Sachbeschädigung handelt, also zum Beispiel Eier gegen Hauswände geworfen oder Briefkästen mit Farbe beschmiert werden. Außerdem empfiehlt Mohr den jungen Leuten, auch bei einer Enttäuschung ihre Zunge zu zügeln. Selbst wenn es keine Süßigkeiten gibt, sollten sie sich nicht zu Beleidigungen hinreißen lassen. Mohr ist nicht bekannt, dass es in der Vergangenheit größere Vorfälle an Halloween gab. Ausschließen will er es aber nicht, weil im Zweifel eher die Polizei informiert wird, und nicht das Ordnungsamt.

„Wir hatten in den vergangenen Jahren zum Glück nur wenige Einsätze im Zusammenhang mit Halloween und in der Regel kommt es meist nur zu grobem Unfug und Ruhestörungen“, sagt Polizeihauptkommissar Matthias Volk vom Polizeirevier Wertheim.

Gelegentlich komme es zu Vorfällen, wie zum Beispiel 2018, als der Pavillon in der Parkanlage im Hofgarten mit Hühnereiern verschmiert wurde. Solche Streiche könnten leicht zur Sachbeschädigung werden, warnt Volk. Die verantwortlichen Jugendlichen mussten ihre „Sauerei“ selbst entfernen. Gefährlich wurde es, als 2016 Unbekannte rund 20 aneinander gekettete Einkaufswagen an der Bestenheider Landstraße abstellten. Diese wurden von der Polizei weggeräumt, damit sie nicht auf die Fahrbahn rollten.

Aus nicht böse gemeinten Streichen werde allzu oft eine ungewollte Sachbeschädigung, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. „Wer zu Halloween mit Zahnpasta das Auto der Nachbarn beschmiert und dabei beschädigt, der muss mit einer Strafe rechnen, auch wenn es nur als Scherz geplant war“, sagt Geschäftsführer Harald Schmidt. Daher rät die Polizei: Zu Halloween besser Energie und Kreativität in Kostüme und Dekoration stecken und nicht in Streiche. eli

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