Wertheim

Im Rahmen der Ausstellung

Vortrag von Dr. Cornelius Steckner

Wertheim.Im Rahmen der Ausstellung „Verfemt und vergessen – Maler des Expressiven Realismus“ findet am Sonntag, 17. März, die nächste Matinee um 11.15 Uhr im Hofgartenschlösschen statt. Dr. Cornelius Steckner aus Köln wird zum Thema „Weimarer Bauhaus und Wertheim-Bestenheid – Charles Crodel, Ernst Neufert, Erich Schott, Wilhelm Wagenfeld“ sprechen.

1956 wurde auf Initiative von Doktor Hans Löber die Bestenheider Martin-Luther-Kirche mit Glasfernstern von Charles Crodel ausgestattet, der heute als einer der bedeutendsten Glasfenstergestalter Deutschlands gilt. Vor der NS-Zeit erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen, wurde dann im Dritten Reich verfolgt, seine Werke zum Teil zerstört und er wurde aus dem Lehramt entlassen. Ungewöhnlich viele Kirchen wurden von ihm nach dem zweiten Weltkrieg mit Glasfenstern ausgestattet, unter anderem der Erfurter Dom. Mit den Glasfenstern in der Martin-Luther-Kirche besitzen die Gemeinde Kunstwerke von überregionaler Bedeutung. Der Referent wird in seinem Vortrag auch die Beziehung zum Weimarer Bauhaus darstellen, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert.

Charles Crodel wird den Künstlern der sogenannten „Verschollenen Generation“ zugeordnet. Rund 30 Künstler dieser Gruppe sind in der Ausstellung im Hofgartenschlösschen vertreten. Zum Teil gelten sie auch als Maler des „Expressiven Realismus“. Ihre Werke galten während der NS-Zeit als entartete Kunst.

Der Referent, der ein Enkel von Charles Crodel ist, hat sich entschlossen, bereits am heutogen Samstag um 15.30 Uhr eine Führung durch die Martin-Luther-Kirche zu veranstalten.