Wertheim

Archivverbund Wolf-Ingo Seidelmann beleuchtet das Leben des Rudolf Binz

Vortrag über Wertheimer NS-Landrat

Archivartikel

bRONNBACH.Wolf-Ingo Seidelmann stellt am Mittwoch, 25. September 2019, um 19.30 Uhr im Vortragssaal des Archivverbundes in Bronnbach den Juristen Rudolf Binz vor. Binz war von 1930 bis 1937 Landrat in Wertheim. Sein Leben wurde im Rahmen des Projektes „Täter – Helfer – Trittbrettfahrer“ erforscht.

Skrupellose Verwaltungselite

1933 nahm ein großer Teil der badischen Verwaltungselite Hitlers „Machtergreifung“ eher mit gemischten Gefühlen auf. Und dennoch zögerte diese später nicht, die politischen Ziele der in Karlsruhe offenkundig widerrechtlich ins Amt gekommenen NS-Machthaber in Verwaltungshandeln umzusetzen. Ein anschauliches Beispiel, wie die Transformation der Innenverwaltung, die von der Bevölkerung „als der Staat schlechthin“ angesehen wurde, von einer rechtsstaatlichen Einrichtung hin zu widerstandslosen Helfern des Nationalsozialismus verlief, liefert die Vita des Wertheimer Landrats Rudolf Binz (1887-1945).

Der Referent Dr. Wolf-Ingo Seidelmann, Volkswirt und Historiker, verfasste zahlreiche Publikationen zur Geschichte Baden-Württembergs mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Nationalsozialismus. Er war 1982 bis 1986 Assistent am Lehrstuhl für Wirtschafts-, Sozial- und Agrargeschichte der Universität Hohenheim, danach in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung tätig.

Der Vortragsabend wird eröffnet mit einer Einführung zum Nationalsozialismus in der Region Wertheim durch Dieter Fauth sowie einer Vorstellung des zehnbändigen Buchprojekts „Täter - Helfer - Trittbrettfahrer. NS-Belastete in Baden-Württemberg“ durch den Herausgeber der Reihe, Wolfgang Proske.

Der Vortrag klingt wie üblich mit einem Umtrunk sowie persönlichen Gesprächen mit dem Referenten und untereinander aus.

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