Wertheim

Evangelische Sozialstation Als gemeinnützige GmbH für die Zukunft aufgestellt / Albrecht Krimmer, Rolf Lambertz, Ursula Hagmaier und Blanca Haag entpflichtet

Vorstandsmitglieder erhielten Kronenkreuz in Gold

Archivartikel

Wertheim.Die evangelische Sozialstation Wertheim wird eine gemeinnützige GmbH. Am Sonntag würdigte man bei einem Gottesdienst in der Stiftskirche und einem Empfang im Arkadensaal verdiente ehrenamtliche Vorstandsmitglieder und stellte zudem die neue Konzeption dar.

Die Evangelische Sozialstation hatte sich 1977 gegründet, Mitglieder waren 14 Kirchengemeinden im Bezirk Wertheim. 2003 wurde die Sozialstation der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kreuzwertheim übernommen, die Gemeinde Mitglied im Verein, 2019 auch das Diakoniezentrum Hofgarten.

Die Anforderungen in der ambulanten Pflege sind mit der zunehmenden Größe der Einrichtung gewachsen und sehr komplex geworden, auch für einen ehrenamtlichen Vorstand, der unternehmerische Entscheidungen zu verantworten hat. Ziel im Vorstand war, die Einrichtung für die Zukunft zeitgemäß aufzustellen. Gelungen ist dies mit einer Umwandlung des Vereins in eine gemeinnützige gGmbH.

Den Gottesdienst in der Stiftskirche einleitend sagte Dekanin Wibke Klomp, man gehe den Wandel ohne Furcht an, weil zu spüren sei, wie Gott bei den Aufgaben begleite. Geehrt würden nun Menschen, die sich viele Jahre engagiert hatten. Auch Pfarrer Bernhard Ziegler sprach vom Wandel und dem Gedanken: „Öffne die Augen für den Weg, der vor uns liegt“. Die Gläubigen hörten von Jesu Nächstenliebe und dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. In seiner Predigt ging der Pfarrer auf die Menschen ein, die anderen helfen, Menschen zu bleiben. Demut und Dankbarkeit seien die treibende Kraft des ehrenamtlichen Engagements in der evangelischen Sozialstation. Ein christliches Menschenbild präge diese Arbeit, jetzt sei es an der Zeit, etwas zurückzugeben. Er habe Menschen kennengelernt, deren Einsatz segensreich sei.

Lösungen für komplexe Fragen

Pfarrer Hayo Büsing, für das Diakonische Werk Baden gekommen, unterstrich bei der Verabschiedung der Vorstände, diesen trete man mit hoher Wertschätzung entgegen. Sie seien insgesamt 78 Jahre in Leitungsfunktion gewesen, hätten gute Lösungen für komplexe Fragen gefunden und der Sozialstation ein unverwechselbares Gesicht gegeben.

Büsing entpflichtete Albrecht Krimmer (zwölf Jahre Vorsitzender), Rolf Lambertz (zwölf Jahre stellvertretender Vorsitzender), Blanca Haag (19 Jahre Beisitzer) und Ursula Hagmaier (26 Jahre Beisitzer) von deren Aufgaben. Er überreichte ihnen das Kronenkreuz in Gold als höchste Auszeichnung der Diakonie Deutschlands. „Sie übergeben ein sehr gut bestelltes Haus“, so Büsing. Bezirkskantorin Katharina Wulzinger (Orgel) und Reinhold Kempf (Tenorhorn) umrahmten den Gottesdienst musikalisch.

Beim Empfang im Arkadensaal äußerte Pfarrer Ziegler, man freue sich über einen Rückblick einerseits und den Blick nach vorne andererseits. Er ging auf die Historie der Vereinsentwicklung ein und darauf, dass bei 80 Mitarbeitenden aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Wandel der Organisationsform gegeben sei. Notariell sei im Juni 2020 eine gGmbH entstanden, eine für die Zukunft angemessene Form.

Bürgermeister Wolfgang Stein richtete die Grüße des Oberbürgermeisters Markus Herrera Torrez aus. Stein unterstrich, es sei sehr wichtig für eine Stadt wie Wertheim, Einrichtungen wie die evangelische Sozialstation zu haben. Sie sei aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

Es sei mehr als außergewöhnlich, vier Vorstände mit zusammen 78 Jahren ehrenamtlichem Einsatz zu haben. Er richtete ein „großes Lob an alle“, die so viele Jahre erfolgreich gewirkt haben. Die Stadt sei stolz, solche Menschen unter sich zu wissen, welche vieles zu dem schönen Gemeinwesen und dem guten Miteinander beigetragen haben.

Es gab ausführliche Lobreden für Ursula Hagmaier, Blanca Haag, Rolf Lambertz und Albrecht Krimmer. Dabei listete Anette Dietrich-Wenzel (Geschäftsführung) die Tätigkeiten der einzelnen Geehrten, Martina Spengler (Pflegedienstleitung) ihre Aktivitäten auf. Die detaillierte Würdigung schloss auch das Wirken von Pfarrer Ziegler im Vorstand ein. Dietrich-Wenzel sagte, es werde eine stabile Sozialstation mit einem motivierten Team übergeben.

Krimmer dankte im Namen des Vorstands und unterstrich die gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin. Basis der evangelischen Sozialstation seien die Mitarbeiter, welche die zu Pflegenden umsichtig versorgten. Die ehrenamtliche Tätigkeit habe Spaß gemacht, nun sei Zeit für einen Generationswechsel. Krimmer wünschte Geschäftsführerin und Aufsichtsrat eine glückliche Hand und Gottes Segen. Heinz-Peter Schuldt (gewählter Vorsitzender des Aufsichtsrats) gab einen Ausblick auf die Zukunft der Evangelischen Sozialstation. Hinsichtlich Angebot, Kunden und Mitarbeiter gebe es keine Änderungen, auch die Pflegedienstleitung bleibe. Weiterhin stünden erfolgreiches Wirken und hohe Mitarbeiterzufriedenheit im Vordergrund.

Anette Dietrich-Wenzel werde als alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführung zuständig sein, beraten von einem ehrenamtlichen fünfköpfigen Aufsichtsrat. Dieser bestehe aus Axel Kempf, Holger Zippe, Bernhard Ziegler, Rainer Dreikorn als stellvertretendem Vorsitzenden und ihm selbst. Schuldt fasste zusammen, die evangelische Sozialstation Wertheim habe mit bisheriger Mannschaft eine Gesellschaftsform für die Zukunft gefunden.

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