Wertheim

Jubiläum Klosterbrauerei feiert 350-jähriges Bestehen / Spezielles Bier aus mehreren regionalen Hopfensorten gebraut

Von Brauereigeschichte und alter Tradition inspiriert

Archivartikel

Bronnbach.Die Bronnbacher Klosterbrauerei wurde vor 350 Jahren gegründet. Anlässlich dieses Jubiläums entstand als Gemeinschaftsprojekt des Kulturamtes Kloster Bronnbach und der Distelhäuser Brauerei das „Jubiläumsbier 1670“. Geschäftsführer und Braumeister Roland Andre hat das Bier Anfang des Jahres selbst eingebraut. 1500 Flaschen stehen ab sofort im Bronnbacher Klosterladen zum Verkauf bereit. Am Freitag stellte er es Landrat Reinhard Frank, Kulturamtsleiter Dr. Matthias Wagner und Pater Joachim Seraphin MSF offiziell vor.

Inspiriert von alter Mönchstradition, wurde dieses naturtrübe, obergärige Starkbier mit einem Alkoholgehalt von 9,5 Prozent nach dem Reinheitsgebot und mit besten Rohstoffen aus dem Taubertal gebraut. Nach sorgsamer Reife wurde es von der Distelhäuser Brauerei abgefüllt.

Er habe sich mit dem Produkt in der kleinen Brauwerkstatt seines Unternehmens viel Arbeit gemacht, sagte Geschäftsführer Andre. „Unter anderem durch mehrere Hopfensorten, die wir hier verwendet haben, ist ein Bier entstanden, das nicht alltäglich ist“. Landrat Frank dankte für die Idee und deren Umsetzung in die Tat. Das Bier sei sehr harmonisch und rund geworden, lobte er bei einer Verkostung.

Trotz der heutigen Bekanntheit Tauberfrankens als Weingegend gab es hier schon immer eine vielfältige Brautradition. Die Braustätte des damaligen Zisterzienserklosters Bronnbach produzierte bis Ende des 18. Jahrhunderts ausschließlich für den klösterlichen Eigenbedarf. Unter dem aus der Bierstadt Bamberg stammenden Abt Heinrich Göbhardt, Bronnbachs letztem Abt, erhielt das moderne Brauwesen seinen Einzug, und die Produktionsmenge konnte gesteigert werden.

Mit der Säkularisation 1803 ging mit der Klosteranlage auch die Brauerei an das Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg über. Nach anfänglicher Verpachtung des Brauereibetriebes führte das Fürstenhaus ab 1827 die Brauerei schließlich in eigener Regie. Nach guten und ertragreichen Phasen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Bierherstellung in Bronnbach wegen sinkender Umsatzzahlen 1974 eingestellt. Zuvor wurde das Bronnbacher Bier bereits einige Jahre durch die Würzburger Hofbräu vertrieben.

Das „Jubiläumsbier 1670“ knüpft nicht nur an Bronnbachs 350-jährige Brauereigeschichte an. Als Gemeinschaftsprojekt setzt es ein Zeichen für die gute regionale und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Distelhäuser Brauerei mit dem Kloster Bronnbach. Neben diesen beiden Partnern sind auch die Patres der Missionare von der Heiligen Familie am Jubiläumsbier beteiligt: Ein Viertel des Reingewinnes, welcher aus dem Verkauf der 0,33-Liter-Flaschen entsteht, geht an die Bronnbacher Patres. Dieses Geld setzen sie im Jahr 2021 für eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Kulturamt Kloster Bronnbach während der Karwoche ein. Besonderen Dank richtete Kulturamtsleiter Dr. Wagner außerdem an den Archivverbund Main-Tauber für die Recherche zur Brauereigeschichte Bronnbachs.

Wenn die aktuelle Situation es zulässt, werden in Bronnbach auch Veranstaltungen zum Gründungsjubiläum der ehemaligen Klosterbrauerei angeboten. Am Freitag, 30. Oktober, soll eine Bierprobe mit europäischen Klosterbieren abgehalten werden. Am selben Tag öffnet außerdem die Kabinettausstellung zu diesem Thema im Archivverbund. Ein Vortrag zum Brauereijubiläum ist ebenfalls im Oktober angedacht, der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. lra

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