Wertheim

Kultur „Sommer auf der Burg 2020“ wartet mit noch breiter aufgestelltem Programm und zahlreichen Höhepunkten von Februar bis November auf

Von AB/CD über My’tallica bis Zorros Zunge

Archivartikel

Noch bunter, noch hochkarätiger, aber nicht unbedingt lauter – der Burgsommer 2020 wartet mit echten Weltstars, Tribute-Bands, einem HipHop-Wochenende, Theater, Kabarett und sogar Sport auf.

Wertheim. „Wenn wir 2020 am Ende auf dem gleichen Level wie in diesem Jahr landen, werde ich sehr zufrieden sein“, so lautet der grundsätzliche Ausblick des Burg- und Innenstadtmanagers Christian Schlager auf den kommenden Burgsommer. Mit Zuwachszahlen hält er sich bewusst zurück. Dabei gibt es gar keinen Grund dafür. Denn das Programm „Sommer auf der Burg 2020“ ist nicht nur umfangreicher als im Jahr 2019 sondern noch ein Stück breiter aufgestellt.

Allein in diesem Jahr wurden 106 000 Besucher auf der Burg gezählt. Wie viel davon gezielt wegen einer Veranstaltung den steilen Weg hinauf zur Burg erklommen, konnte Schlager nicht sagen. Sicher ist jedenfalls, dass es richtig große Besuchermagnete gab, wie beispielsweise das Open Air-Kino – aber auch ein paar weniger schöne Erscheinungen. So musste beispielsweise die Veranstaltung mit den Raith-Schwestern abgesagt werden, weil die Nachfrage zu gering war. Hier setzt Schlagers Philosophie an: Viel „Main-Stream“, also was die breite Masse begeistert und viel Besucher bringt, gewürzt mit unendlich tollen Akzenten, die manchmal nur 50 Zuschauer in ihren Bann schlagen.

Mit einem echten kleinen Höhepunkt startet der „Burgsommer“, der inzwischen von Februar bis November geht: Am 16. Februar gibt sich „der neue Papst der Literaturkritiker“, Dennis Scheck, die Ehre. Er wird wie immer auf sehr unterhaltsame Weise die 100 wichtigsten Weltliteraturwerke seinem Publikum nahe bringen.

Aufgrund des großen Erfolgs sind unter anderem wieder im Programm: die Flamenco-Nacht, der Mittelaltermarkt, „Feuer & Zauber“ oder der Burgrave, der als echter Zuschauermagnet, mit 1500 Besuchern rein zahlenmäßig auf jeden Fall der Höhepunkt sein wird.

Große Freude herrscht bei Schlager darüber, dass nach zwei Jahren Metall-Queen Doro Pesch wieder nach Wertheim kommt. Doch sie wird nicht der einzige Weltstar sein, der den Burgsommer bereichert. Nur einen Tag später, am 19. Juli, ist es Les Holroyd, der mit Chartbreakern seiner 1967 gegründeten Band Barclay James Harvest, wie beispielsweise „Life is for Living“, die Massen auf der Burg begeistern wird.

Einen dicken Block nehmen in kommenden Jahr Tribute-Bands ein, wie „Depeche Reload“ oder „AB/CD“, „True Collins“ und nicht zuletzt „My’tallica“. Angst vor Ärger hat Schlager nicht. „Das Lärm-Thema“ habe man exzellent im Griff. Schlager sprach in diesem Zusammenhang von herunter geregelter Lautstärke, anders gelenktem Schall und mehr. „Ich hoffe, dass bei den Bürgern honoriert wird, dass wir dieses Thema verdammt ernst nehmen“ so Schlager. Er gibt zu bedenken, dass es sich lediglich um eine Handvoll Abende handele und man den Burgsommer immerhin zu einem kulturellen Leuchtturm zwischen Würzburg und Aschaffenburg ausgebaut habe.

Und Schlager wäre nicht Schlager, wenn er nicht auf den Ausbau des gleichnamigen Genres setzen würde. Am 28. Juni heißt es deshalb auf der Burg: Das Beste von Udo Jürgens – präsentiert von „SahneMixx“. Bis Heiligabend können Karten für das Konzert vergünstigt erworben werden.

Kunstsommer, Badische Landesbühne und die Ludwigsburger Schlossfestspiele sind natürlich auch wieder mit dabei. Zumba-Kurs und Schlosserlebnistag, bei dem man sich beispielsweise zu Klängen des Huntingtoner Ukulele Orchesters vom Burgfried abseilen kann, bieten Sport und Schauspiel.

Dazu kommt ein ganzes HipHop-Wochenende mit besonderen „Headlinern, die in der Szene garantiert einschlagen werden“, ist sich Schlager sicher. Näheres wollte er jedoch noch nicht verraten. Kaspertheater, Trommelbau- und Schreibworkshops, das 25. Wertheimer Frauenfest oder die Ladys Crime-Night – das Programm ist wirklich bunt gemixt. Und so wird dem Besucher neben echten Jazzgrößen und böhmisch-mährischer Musik auch Wolfram von Eschenbach (anlässlich seines 800. Todestages) „begegnen“.

„Vielfalt und Bandbreite werden von uns eben nicht nur angestrebt, sondern angeboten“, sagt Schlager und wedelt mit dem ersten Abzug des Prospekts. Der wird ab der ersten Dezemberwoche überall ausliegen. So breitgefächert wie das Programm sind auch die Eintrittspreise, die von kostenfrei („Wolfram in Wertheim“) bis maximal 45 Euro (Barclay James Harvest featuring Les Holroyd) und 250 Euro (mehrtägiger Workshop Media-School) reichen.

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